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Auf der Gamescom 2026 bot mir Bandai Namco die Gelegenheit, rund dreißig Minuten in Ace Combat 8: Wings of Theve einzutauchen. Die Demo beschränkte sich auf eine einzelne Mission, in der Basisziele und feindliche Jets über einer Inselgruppe ausgeschaltet werden mussten. Trotz dieses begrenzten Umfangs ließ sich bereits gut erkennen, in welche Richtung sich der neue Serienteil entwickelt.

Gut gefallen hat mir, wie unterschiedlich sich die verfügbaren Jets anfühlten. Nicht nur Steuerverhalten und Beschleunigung variierten merklich. Auch die Außenansicht und die Cockpit‑Perspektive vermittelten gelungen den Eindruck von völlig unterschiedlichen Modellen und Maschinen. Die Cockpits sind detailreich gestaltet und mich hat besonders die Sicht durch das Cockpit beeindruckt, da durch Effekte wie Regen oder Kondenswasser, das sich beim Durchfliegen von Wolken auf der Scheibe absetzte, eine starke Immersion erzielt wird.

Nach einem kurzen Tutorial in der Luft ging es direkt in die Mission. Das Spiel bot neben einer Standardsteuerung auch eine Variante für erfahrene Ace Combat-Experten. Doch da sich meine Serienerfahrung bisher in Grenzen hält, wählte ich die Standardsteuerung. In dieser Konfiguration fällt die Steuerung präzise aus und vermittelt ein schnelles sowie spaßiges Fluggefühl. Die invertierte Achsenbelegung irritierte mich zunächst. Doch nach kurzer Eingewöhnung hatte ich selbst mit dem regulären Dualsense-Controller das Gefühl, dass ich ein authentisches Jet-Steuerhorn benutze. Die Steuerung macht schnell klar, dass hier ein arcadelastiges Spielgefühl erzeugt werden soll. Eine realistische Simulation darf man nicht erwarten. Daher fällt der Einstieg leicht und Serien-Neueinsteiger wie ich haben schnell den grundlegenden Dreh raus.

Auch Waffen lassen sich intuitiv verwenden. In der Cockpit-Ansicht fiel mir das Zielen leicht und der Wechsel des Schussmodus geht in Sekundenschnelle. Neben den Bordkanonen verwendete ich vor allem Zielraketen, die Ziele in der Luft recht zuverlässig trafen, sofern ich die Gegner lange genug im Fadenkreuz gehalten habe. Mit etwas Übung konnte ich geschickt bei Angriffen auf Bodenziele im Tiefflug großflächige Explosionen auslösen und erst im letzten Moment meinen Jet hochziehen, also ganz knapp einen Crash vermeiden. In diesen Momenten sorgt Ace Combat 8 für eine gehörige Adrenalinausschüttung.

Als jemand, der mit der Reihe nicht allzu vertraut ist, war ich überrascht, wie viele Anpassungsmöglichkeiten vor Missionsbeginn geboten wurden. Haupt‑ und Sekundärwaffen konnten aus einer kleinen Auswahl bestimmt werden. Dazu kamen installierbare Chips, die Werte wie die Agilität oder die Nachladegeschwindigkeit beeinflussen. Auch die Zusammensetzung des Personals in der eigenen Fliegerstaffel ließ sich verändern. Dadurch entstand bei mir der Eindruck, dass Loadout‑Anpassungen je nach Missionsziel eine wichtige Rolle spielen könnten.

Ein wenig irritiert war ich vom Verhalten mancher Gegnerjets. Fast ununterbrochen versuchte die gegnerische KI in der Luft, sich in meinem toten Winkel zu halten. Das mag zwar nachvollziehbar und authentisch umgesetzt sein, hatte aber mit Spaß nur bedingt etwas zu tun. Weite Teile meiner Session führten zu einem repetitiven Drehen in der Luft, um endlich die Gegnerjets wieder durch meine Windschutzscheibe zu sehen. Das Verfolgen dieser Gegner fühlte sich daher nicht wirklich nach einer taktischen Herausforderung an, sondern wie eine lästige und zu lange anhaltende Aufgabe. Mit mehr Übung im virtuellen Kampfjet und dem Ausbau meiner Flugmanöver könnte sich dieses Problem eventuell entschärfen. Womöglich wurden mir hier die Grenzen meiner Flugfähigkeiten aufgezeigt und so hoffe ich, dass man diese Gegnerjets im toten Winkel effizienter angehen kann, wenn man erst einmal einige Stunden mit dem fertigen Spiel verbracht hat.

Die eigene Fliegerstaffel lässt sich mit simplen Anweisungen befehligen. In der Praxis bemerkte ich jedoch kaum Unterstützung, selbst wenn ich konkrete Anweisungen gegeben habe. Da ich mich hauptsächlich auf das Fliegen und präzises Schießen konzentrierte, kann es aber auch sein, dass ich die KI-Unterstützung schlicht nicht mitbekommen habe. Für mich bleibt offen, wie stark die Squad‑Kommandos im Spiel tatsächlich ins Gewicht fallen.

Gespielt wurde auf einer PS5. Ich wählte den Grafik-Modus „Framerate priorisieren“. Die Bildrate wirkte dabei stabil und flüssig, was dem schnellen und hektischen Geschehen zu Gute kam. Allerdings machte sich ein leicht verwaschener Look bemerkbar, der mich darauf schließen lässt, dass hier mit einer eher niedrigeren Renderauflösung und anschließendem Upscaling gearbeitet wurde. Da es sich in der Gamescom-Demo aber natürlich um keine fertige Version von Ace Combat 8 handelte, bleibt abzuwarten, wie die Grafik final ausfallen wird. Abseits dieser Unschärfe sahen die Jets in der Außenansicht hervorragend aus. Für mich waren aber die Cockpits das eigentliche Highlight. Die verschiedenen Instrumente, digitalen Anzeigen und die dynamischen Wettereinflüsse sind toll gestaltet. In der Windschutzscheibe waren sogar je nach Lichteinfall individuelle Kratzer zu sehen. Mit dieser Liebe fürs Detail konnte mich die Grafik letztlich doch überzeugen.

Vorläufiger Eindruck

Bisher habe ich mit der Ace Combat-Serie nicht viel am Hut. Die Gamescom-Demo zu Ace Combat 8: Wings of Theve zeigte mir, dass das wohl ein Fehler war! In der rund halbstündigen Session hat mich insbesondere das präzise Fluggefühl und die starke Cockpit‑Inszenierung überzeugt. Die unterschiedlichen Jets und Loadout‑Optionen deuten darauf hin, dass das finale Spiel viel Raum für Feinabstimmung bieten könnte. Mit dem Gegnerverhalten im toten Winkel habe ich während der Demo noch gehadert und es muss sich zeigen, ob das an meinen begrenzten Flugfähigkeiten liegt oder ob in der finalen Version das lästige Verfolgen auch für geübte Spieler Überhand nimmt. Ebenso steht aus, wie effektiv und hilfreich das neue System rund um Befehle des KI-Squadron ausfallen wird. Spaß hatte ich in der ausprobierten Mission aber allemal. Daher bin ich auf das fertige Spiel gespannt, das mit einem Release am 2. Oktober bereits in den Startlöchern steht.