Releasedatum: 5.03.2026
Medientyp: Download
Genre: Simulation, Management
Entwickler: Saber Interactive
Herausgeber: Saber Interactive
Entwicklerstudio Saber Interactive zeigte bereits mit den Titeln SnowRunner und MudRunner, dass es im Gerne der Fahrzeugsimulationen gut aufgehoben ist. Das soll nun einmal mehr das Spiel DOCKED beweisen, das Schneepflüge und Offroad-Fahrzeuge gegen Reachstacker, Terminal-Zugmaschinen und Kräne tauscht. Port Wake liegt in Trümmern und DOCKED setzt Spielende vor die Aufgabe, den Wiederaufbau des maritimen Wirtschaftszentrums mit Hilfe von speziellen Fahrzeugen zu verantworten. Ob die Bedienung der Maschinen Spaß macht und ob das Wirtschaftssystem motivieren kann, kläre ich in meinem Test.
Hafenaufbau nach einem verheerenden Sturm
In DOCKED übernehmen wir die Rolle von Tommy, der als Sohn des alteingesessenen Hafenbetreibers Bill in dessen Fußstapfen treten soll. Schauplatz ist der Hafen von Port Wake, der von einem verheerenden Hurrikan aufgesucht wurde und nun neu aufgebaut werden muss. Im Laufe des Spiels erhält Tommy Unterstützung von weiteren Charakteren.
Die Geschichte dient in erster Linie als Rahmen für das schrittweise Ausbauen und Modernisieren des Hafens. Dieses Vorankommen ist in sogenannte Meilensteine unterteilt, die uns nach und nach neue Jobs, Fahrzeuge und Möglichkeiten zum Wirtschaften an die Hand geben. Abgeschlossene Meilensteine werden mit neu freigelegten Depots, Sektoren und Parkplätzen belohnt. Daraufhin können weitere Maschinen und Fahrzeuge gekauft werden, mit denen sich größere und komplexere Arbeiten bewältigen lassen. Jobs aus dem Alltag eines Hafenmitarbeiters rund um das Be- und Entladen von Containern sowie das Aufstellen oder Wegräumen von Trümmer schaffen zwischendurch ausreichend virtuelle Währung und Baumaterialien rein, um die Infrastruktur des Hafens kontinuierlich auszubauen.
Präzise Maschinen mit überzeugender Physik
Der wahre Star von DOCKED sind die Fahrzeuge und Kräne, die wir bedienen dürfen. Die Handhabung der Maschinen ist hervorragend gelungen. Spielende haben die volle Kontrolle über die Vorrichtungen der Fahrzeuge und bedienen Spreader, Haken, Greifer, Drehschemel und Seile. Besonders die millimetergenaue Neigung, Gierung und Ausrichtung, um den Greifer exakt über einem Container zu positionieren, macht erstaunlich viel Spaß. Dabei kommt eine visuelle Unterstützung mit dezenten Symbolen zum Einsatz, weiterhin können vier verschiedene Ansichten genutzt werden. Während die Ego-Perspektive die größte Immersion zur Folge hat, hat man in dieser Ansicht nur eine eingeschränkte Übersicht.
Die Steuerung wirkt zunächst befremdlich und überladen, geht aber schnell in Routine über. Auf dem PC fand ich mich mit Maus und Tastatur besser zurecht. Doch mit reichlich Zeit zum Eingewöhnen kam ich auch gut mit dem Controller klar. Positiv ist zu erwähnen, dass vier Steuerungs-Voreinstellungen für den Controller angeboten werden, von denen ich die „Arcade“-Steuerung am intuitivsten fand. Das Verbinden und anschließende vorsichtige Manövrieren spielt sich wie ein Minispiel, das gerade anspruchsvoll genug ist, um unterhaltsam zu bleiben. Wer nämlich nicht präzise genug arbeitet und zu viel Schaden bei der Bedienung der Container anrichtet, erfüllt die vorgegebenen Aufträge nicht. Wer das Spielgeschehen noch etwas anspruchsvoller gestalten möchte, kann im “Schwer”-Schwierigkeitsgrad für ein zusätzliches Zeitlimit sorgen. Gelegentlich werden Jobs zudem mit optionalen Zeit-Herausforderungen versehen, die bei Bestehen mehr Belohnungen geben.
Das schwere Gewicht der Container wird realistisch vermittelt. Das leichte Schwingen beim Anheben der Container und die Trägheit der Fahrzeuge, insbesondere bei den großen Containerbrücken, fühlen sich realistisch an. Die Maschinen steuern sich alle ein wenig unterschiedlich, sodass die Eigenheiten der Fahrzeuge erlernt werden müssen. Der Straddle Carrier kommt mit seiner Höhe beispielsweise schnell ins Wanken, wenn man zu schnelle Lenkmanöver ausübt. Beim Meistern der Maschinen ergibt sich ein entspannter Spielfluss, der zwar gelegentlich etwas Abwechslung vermissen lässt, aber mir zum Abschalten vom Alltag erstaunlich viel Spaß bereitet hat. Zur weiteren Auflockerung sind mechanisch simple Minispiele eingebaut, mit denen Reparaturarbeiten ausgeführt werden. Wer der Vorstellung etwas abgewinnen kann, schwere Lasten mit klobigen Vorrichtungen möglichst präzise zu bewegen und von gelegentlichen Minispielen unterhalten zu werden, wird hier voll auf seine Kosten kommen.
Simulation mit angezogener Handbremse
Trotz der spaßigen Maschinensteuerung fällt der Ablauf des Spielgeschehens überraschend linear aus. Für ein Spiel, das sich als Simulation versteht, gibt DOCKED nur wenig echte Freiheit. Die Missionen folgen grundsätzlich dem Muster: Neues Fahrzeuge freischalten, Aufgaben mit diesem neuen Mittel erledigen, Belohnung kassieren, nächstes Gerät kaufen. Zwischendurch werden Sektoren und Parkplätze im Hafen freigeschaltet und erweitert, um die Infrastruktur für die Beheimatung neuer Fahrzeuge zu ermöglichen. Das Fortschrittssystem wirkt sehr getrimmt auf das Abhaken einer Checkliste. Auch die Wirtschaftssimulation bleibt oberflächlich. Spielende können Aufträge in verschiedenen Sektoren abwickeln. Beim Entladen, Transportieren und Beladen von Fracht werden die Maschinen im Besitz eingesetzt, um passiv Profit einzustreichen. Dieses System bleibt allerdings recht simpel und lässt nicht viel Raum für eigene Entscheidungen. So plätschert das Wirtschaftssystem als zusätzliche Komponente daher, ohne wirklich zu Tiefgang oder zur Motivation beizutragen.
Gerade für Einsteiger mag die klare Struktur mit Checklisten in den Meilensteinen angenehm sein. Ich selbst fand es anfangs hilfreich, dass das Spiel so deutlich vorgibt, was als Nächstes zu tun ist. Doch je länger ich spielte, desto stärker hatte ich das Gefühl, mich immer noch im erweiterten Tutorial zu befinden. Zwar wächst der Hafen sichtbar, neue Maschinen kommen hinzu und die Abläufe werden komplexer. Doch das Gefühl, ein wirklich großes Hafenunternehmen selbst zu verwalten, stellt sich nie so richtig ein. DOCKED bleibt im Kern ein missionsbasiertes Spiel, das sich auf das Bedienen von Maschinen konzentriert und den Management-Aspekt nur leicht anschneidet. Wer tiefgreifende Simulation erwartet, könnte daher enttäuscht werden.
Nach Meilenstein 7 ist aktuell Schluss. Die Kampagne endet an dieser Stelle nach rund 12-15 Stunden und soll durch zwei bereits angekündigte Erweiterungen fortgeführt werden. Ob die DLCs die Management-Aspekte ausbauen und der Hafenverwaltung mehr strategische Tiefe verleihen, bleibt abzuwarten.
Stimmige Optik mit kleinen Schwächen
Optisch macht DOCKED einen sehr guten Eindruck. Der Hafen ist zugestellt mit unzähligen Containern in unterschiedlichen Größen und Farben, was für ein realistisches Industrieflair sorgt. Palmen und Vegetation lockern das Bild auf und verleihen Port Wake eine angenehm warme Stimmung. Auch das sichtbare Meer ist hübsch umgesetzt, präsentiert schöne Wellenanimationen und trägt zur Atmosphäre bei. Technisch überzeugt DOCKED mit scharfen Texturen und guter Beleuchtung und Pfützen, die je nach Wetterlage auf den Fahrwegen entstehen und gelungene Reflexionen zeigen. Das Spiel bietet solide Performance-Optionen inklusive der gängigen Upscaling-Technologien. Allerdings sucht man Frame-Generierungs-Optionen unabhängig vom Hersteller der genutzten Grafikkarte vergeblich. Ich habe DOCKED auch auf dem MSI Claw 8 AI+-PC-Handheld ausprobiert, auf dem der Titel bei minimalen Einstellungen bei rund 40-45 FPS läuft. Dank VRR-Screen wird das Geschehen relativ flüssig vermittelt und selbst bei den niedrigsten Einstellungen behält das Spiel optisch viel von seinem Charme bei.
Etwas schade ist, dass der Hafen selbst kaum belebt wirkt. Spielende begegnen keinen NPCs und Gespräche mit dem handelnden Figuren werden lediglich über comicartige Avatare dargestellt, statt über vollständig animierte Charaktermodelle. Hier verschenkt das Spiel das Potenzial, Port Wake lebendig wirken zu lassen. Immerhin kann die Soundkomponente voll überzeugen. Mit realistisch gestalteten Motorengeräuschen, dem glaubwürdigen Piepen der Fahrzeuge im Rückwärtsgang und stimmigen Klängen durch Wind und Meereswellen trägt die Akustik gut zur entspannten Atmosphäre bei.













