Releasedatum: 04.03.2026
Medientyp: Download
Genre: Character Action, Hack’n’Slay, Plattforming
Entwickler: Crimson Dusk
Herausgeber: Playism
Homura Hime ist ein Indie-Projekt, das nach jahrelanger Entwicklung endlich erschienen ist. Ein erster Prototyp des Titels wurde 2018 enthüllt, damals noch als Soloprojekt eines Studenten. Dieser gründete zwischenzeitlich das taiwanesische Team Crimson Dusk, das fortan weiter am Titel arbeitete. Nachdem Homura Hime Anfang 2025 veröffentlicht werden sollte, kam es nochmal zu einer Verspätung. Doch nun ist der Titel seit März 2026 erhältlich. Hat sich das lange Warten gelohnt?
Interessante Geschichte mit gelungenen Wendungen
Homura Hime folgt der titelgebenden Flammenprinzessin, die als Elite-Exorzistin den Auftrag erhält, fünf mächtige Dämonen zu eliminieren. Als hochrangiges Mitglied ihres Ordens nimmt sie Missionen an, die sie mit sogenannten Archdämonen konfrontieren. Dabei handelt es sich um übermächtige “Youkai”, die weit über dem liegen, was gewöhnliche Exorzisten bewältigen könnten. Interessant ist dabei, dass das Spiel immer wieder mit der Idee spielt, dass diese Archdämonen nicht unbedingt nur böse handeln, sondern schlüssige Beweggründe haben. Das führt sowohl bei den Spielern als auch bei Homura Hime selbst zu der Frage, ob sie beim Ausschalten der Wesen das Richtige tut oder ob in gewisser Hinsicht nicht sogar sie selbst die “Böse” ist. Weiterhin hält die Geschichte einige spannende Wendungen parat.
Obwohl das Spiel einige düstere Themen anschneidet, werden diese nie ganz so tiefgreifend erforscht, wie ich es mir gewünscht hätte. Dennoch war ich positiv überrascht, wie viele gute Storyimpulse die Handlung bereithält.
Flüssiges Kampfsystem als Herzstück des Spiels
Spielerisch zeigt Homura Hime seine größten Stärken. Die Kämpfe fühlen sich extrem geschmeidig und rasant an. Je mehr Kombos und Fähigkeiten man freischaltet, desto besser und vielseitiger wird das Kampfsystem. Zu Beginn ist das Repertoire an verfügbaren Manövern noch überschaubar. Doch mit fortschreitendem Spielverlauf sammelt man Ressourcen, um neue Skills, passive Effekte und Stat-Upgrades freizuschalten.
Wie in etablierten Spielen im Character-Action-Genre kommt man zwar mit einfachen Angriffen weitestgehend gut zurecht, aber der eigentliche Spaß entsteht beim Erlernen komplexerer Kombos, beim Jonglieren von Gegnern in der Luft und beim geschickten Aneinanderreihen verschiedener Manöver, um massiven Schaden auszuteilen.
Bullet-Hell-Einflüsse und aggressives Gegnerverhalten
Homura Hime orientiert sich an modernen Genrevertretern und integriert Bullet-Hell-Mechaniken in seine Kämpfe. Immer wieder fliegen Projektile über den Bildschirm, die ständige Aufmerksamkeit erfordern. Diese Mechanik hat mich an Nier Automata erinnert, insbesondere weil wir selbst auch Projektile verschießen können, um Schilde zu zerstören und Feinde aus der Luft zu holen. Gleichzeitig greifen Gegner äußerst aggressiv an und lassen kaum Verschnaufpausen, weshalb hier vorrangig Action auf dem Plan steht.
Zum Glück verfügt Homura Hime über eine sehr mächtige Pariermechanik, die man intensiv nutzen muss, um zu überleben. Fast jeder Angriff lässt sich parieren, abgesehen von gelb aufleuchtenden Attacken, denen man ausweichen muss. Das funktioniert per R2 und nicht wie sonst oft üblich mit Kreis, was mich anfangs irritierte, aber sich doch schnell erlernen lässt. Paraden per R1 verhindern nicht nur Schaden, sondern reduzieren auch die Ausdauerleiste der Gegner. Ist diese erschöpft, geraten sie in einen Betäubungszustand, der Fenster für das Austeilen besonders großen Schadens eröffnet. Erfolgreiche Paraden füllen zudem eine Spezialleiste, mit der man starke, ultimative Fertigkeit ausübt. Auch die eigene Lebensleiste füllt sich leicht nach dem Parieren.
Die Parierfenster sind großzügig präsentiert, was das Spiel auch für Einsteiger zugänglich macht, die sonst mit Character-Action-Titeln Schwierigkeiten haben. Es ist meistens möglich, das Parry-Manöver mehrfach hintereinander zu betätigen und somit die Chance zu erhöhen, dass das Zeitfenster getroffen wird. Diese Spam-Möglichkeit nimmt den Kämpfen ein wenig die Spannung. Die Zugänglichkeit wird hier meiner Meinung nach ein wenig zu groß geschrieben. Immerhin gibt es bereits zwei Schwierigkeitsgrade, von denen der zweite durchaus seine kniffligen Momente bietet. Crimson Dusk hat zudem einen “Hard Mode” angekündigt, sodass Spielende, die sich unterfordert fühlen, zukünftig für eine größere Herausforderung sorgen können.
Bosskämpfe als krönender Abschluss eines Levels
Weiterhin ziehen Bosse den Schwierigkeitsgrad deutlich an. Sie kombinieren eine gnadenlose Verkettung von Angriffen und schießen dutzende Projektile, die den gesamten Bildschirm füllen. Daraus resultiert, dass die Bosskämpfe zu den absoluten Höhepunkten des Spiels gehören. Das Auswendiglernen der Angriffsmuster der feindlichen Attacken und das richtige Gefühl dafür, wann wir in die Offensive gehen und wann wir in Defensivhaltung verweilen, sind entscheidend für den Erfolg.
Da Projektile nicht pariert werden können, braucht es eine gute räumliche Orientierung und präzise Ausweichmanöver. Während der Bosskämpfe, die grundsätzlich aus mehreren Phasen bestehen, gibt es fair verteilte Checkpoints, sodass nicht immer der gesamte Kampf wiederholt werden muss. Die visuelle Inszenierung ist beeindruckend, auch wenn der Bildschirm gelegentlich durch Effekte und zahlreiche Projektile so überladen wirkt, dass die Übersicht leidet. Hinzu kommen vereinzelte Kameraprobleme, bei denen wichtige Elemente kurzzeitig aus dem Blickfeld geraten. Das ist auch häufig der Fall, wenn sich viele kleine Feinde in der Kampfarena befinden, was hier und da zu frustrierenden Momenten führt. Die meiste Zeit gelingt dem Spiel jedoch der Balanceakt zwischen Effektgewitter und ausreichender Übersicht, sodass der Spaß am Kämpfen im Vordergrund steht.
Lineare Levelstruktur mit kurzen Plattforming-Passagen
Die Kapitel von Homura Hime sind recht linear aufgebaut und wechseln zwischen Kampf- und kurzen Plattforming-Abschnitten. Die Auseinandersetzungen mit kleineren Gegnergruppen dienen als Vorbereitung auf den jeweiligen Bosskampf am Ende eines Levels. Die Sequenzen mit Betonung auf die Sprung- und Dash-Mechanik sind eher oberflächlich gestaltet und dienen als nette Abwechslung. Gelegentlich fühlt sich die Steuerung beim Springen etwas schwammig an, was die Plattforming-Abschnitte erschwert.
Diese Passagen bleiben letztlich aber klar hinter den Kämpfen zurück. Die Erkundung der schlauchartigen Areale spielt ebenfalls eine untergeordnete Rolle. Dennoch lohnt es sich, die überschaubar großen Areale abzusuchen, um Währung für einen Ingame-Shop, Punkte zum Auffüllen der Gesundheitsleiste oder Schatztruhen mit neuer Ausstattung zu finden. Sowohl während der Kapitel als auch in einem zentralen Hub kann ein Shop aufgesucht werden, mit dem sich neue Combos, Skills und Anhänger mit passiven Boni freischalten lassen. Auf diese Weise wird gelungen vermittelt, dass wir im Laufe des rund 10-stündigen Abenteuers immer stärker werden.
Wiederholte Level im letzten Drittel
Etwa im letzten Drittel des Spiels greift Homura Hime ein Konzept auf, das mich an Devil May Cry 4 erinnert hat. Nach den ersten fünf Kapiteln durchläuft man die gespielten Level erneut. Dabei sieht man aber nicht das völlig identische Level, sondern die bekannten Areale präsentieren sich mit leichten Variationen wie neuen Abkürzungen und stärkeren Gegnern. Das Konzept bringt einige gelungene Momente mit sich, doch insgesamt leidet das Pacing spürbar. Die Veränderungen konnten nicht verhindern, dass bei mir das Gefühl aufkam, dass ich die gespielten Level schon kenne. Die anspruchsvolleren Kämpfe machen zwar Spaß, doch insgesamt wirkt diese Struktur eher wie eine Methode, den Umfang zu strecken, ohne wirklich neue Inhalte zu bieten.
Wiederspielwert durch Notensystem
Die zehn Kapitel lassen sich wiederholen. Nach Abschluss der Story hat man die Möglichkeit, die Kapitel nochmal mit verbesserten Stats, neuen Fähigkeiten und wachsender Erfahrung im Umgang mit den Gegnern anzugehen. Wer also nicht genug von den Kämpfen bekommen kann, hat die Option, sämtliche Gebiete nochmal zu durchstreifen. Ein Bewertungssystem vergibt auf Basis verschiedener Kriterien nach Levelabschluss eine Note, was für Motivation für erneute Durchgänge sorgen kann. Ich habe das Spiel ohne wiederholte Kapitel in knapp unter 10 Stunden abgeschlossen.
Solide Präsentation mit kleineren Schwächen
Für ein Projekt, das vermutlich ein eher niedriges Budget hatte, bietet Homura Hime eine ansprechende Optik mit knalligen Farben und einem passenden Anime-Look. Technische High-End-Features wie Raytracing fehlen, doch wirklich vermisst habe ich diesen technischen Schnickschnack nicht. Lediglich an den eher kargen Umgebungen lässt sich erkennen, dass grafisch noch mehr drin gewesen wäre. Insgesamt sieht das Spiel sehr ordentlich aus. Weniger gelungen fand ich die Benutzeroberfläche und die verwendeten Schriftarten, die zwar übersichtlich und gut leserlich gestaltet sind, auf mich persönlich aber einfach etwas billig wirken. Zudem sehen die Texte und Figurenartworks während der Storysequenzen im Visual Novel-Stil zumindest auf einem 4K-TV verschwommen aus, was im Kontrast zu den sonst scharfen 3D-Figurenmodellen steht. Auch hätte ich mich über detaillierte Grafikeinstellungen gefreut. Die Optionen sind sehr überschaubar. Ebenfalls habe ich einen Ultrawide-Support vermisst, der glücklicherweise aber durch eifrige Modder bereits möglich gemacht wurde.
Die japanischen Sprecher hinterließen bei mir einen guten Eindruck, auch wenn die ständigen Sprüche, selbst mitten im Kampf, gelegentlich nervig sein können. Manche Soundeffekte klingen etwas dumpf und vermissen den nötigen Wumms. Der Soundtrack hingegen ist solide und fügt sich gut in die Atmosphäre und das Gameplay ein.






















