Releasedatum: 7.11.2025 (PC), 2026 (PS5 & Nintendo Switch)
Medientyp: Download
Genre: Adventure
Entwickler: Dreamotion Inc.
Herausgeber: KRAFTON
“Es heißt, wenn wir diese Welt verlassen, wartet auf der anderen Seite der Hund, der uns einst vorausgegangen ist”. Mit diesem Zitat macht My Little Puppy von Dreamotion Inc. schon im ersten Ladebildschirm deutlich, dass es sich hier um ein ungewöhnlich persönliches Projekt handelt. Das Spiel ist als liebevolle Hommage an Bong-gu ausgelegt, den verstorbenen Hund des Studio-CEOs Lee Jun-young. Ob diese emotionale Prämisse ein unterhaltsames Spiel zum Resultat hat, erfahrt ihr in meinem Test zum niedlichen Titel des KRAFTON-Studios.
Ich habe den Titel auf dem PC erlebt. Im Laufe des Jahres 2026 soll My Little Puppy auch für PS5 und Nintendo Switch erscheinen.
Ein Corgi auf einem ungewöhnlichen Abenteuer
Protagonist von My Little Puppy ist ein betagter Welsh Corgi, der einst ausgesetzt wurde und fortan in einem Heim lebte. Doch eines Tages fand er ein neues Zuhause, als ein Herrchen ihn ins Herz schloss und mitnahm. Nachdem Bong-gu seine letzten Tage in Geborgenheit verbringen durfte, erwacht er im Hundehimmel. Doch ein vertrauter Duft durchbricht die Idylle. In dem Glauben, sein Herrchen sei ganz in der Nähe, verlässt Bong-gu kurzerhand das Paradies und begibt sich auf eine Reise, die weniger von großen Wendungen und mehr von kleinen, bedeutungsvollen Momenten lebt.
Die Erzählung spielt geschickt mit melancholischen und hoffnungsvollen Themen, setzt auf humorvolle und verspielte Ereignisse. Dem gegenüber stehen Momente mit traurigen und tragischen Schicksalen. Dadurch schafft es das Abenteuer, einen angenehmen Spagat aus Emotionalität und Unterhaltungswert zu erreichen. Doch gerade wer schon einmal ein Haustier verloren hat, wird möglicherweise die ein oder andere Träne verdrücken. Spielenden sollte bewusst sein, dass hier teils empfindliche Themen rund um Verlust, den Tod und gar Tiermissbrauch in den Fokus rücken. Dadurch ist My Little Puppy sicherlich kein Titel, der sich in jeder beliebigen Laune und Stimmung genießen lässt.
Leichtes Plattforming und intuitive Spielmechaniken
Spielerisch verfolgt My Little Puppy einen bewusst zugänglichen Ansatz. Die Mischung aus einfachem Plattforming, kurzen Quick-Time-Events und gelegentlichen Minispielen sorgt für einen unterhaltsamen Fortschritt. Die Ausrichtung fällt klar aus: ein möglichst breites Publikum soll angesprochen werden. Bong-gus Bewegungen werden durch ein Ausdauer-System begrenzt, das sich durch das Sammeln von “Hündchentränken” erweitern lässt. Diese Mechanik belohnt neugierige und erkundungswillige Spieler, ohne überfordernd zu werden, da die besuchten Areale überschaubar groß und weitestgehend linear sind.
Weiterhin sind Bong-gus kurze Beine ein limitierender Faktor. Der Corgi springt weder so hoch wie Mario noch erklimmt er Wände wie Donkey Kong. Genau diese körperliche Einschränkung macht sich das Spiel zu Nutze. Immer wieder ist Bong-gu auf die Hilfe anderer Tiere, außergewöhnlicher Wesen oder freundlicher NPCs angewiesen, um höhere Ebenen zu erreichen oder Hindernisse zu überwinden. Das häufige Auftreten von hilfreichen Begleitern verleiht dem Abenteuer eine kooperative Note, die gut zur warmherzigen Grundstimmung passt. Mehrere Figuren können allerdings nicht gesteuert werden, My Little Puppy ist auf Einzelspieler ausgerichtet. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass sich der Titel auch toll für ein betreutes Spieleerlebnis mit Kindern eignet.
Immer der Nase nach
Ein besonders gelungenes Element ist die Integration des Geruchssinns. Anstatt eine klassische Minimap zu bieten, setzt My Little Puppy auf visuelle Duftspuren, die sich organisch in die Spielwelt einfügen. Es gibt keine permanenten Navigationshilfen wie Pfeile zur Kennzeichnung von Zielen, sondern es wird eine intuitive Orientierung mit der Möglichkeit präsentiert, jederzeit die “Schnüffeln”-Aktion auszuführen und so kurzzeitig einen Wegweiser zu sehen.
Weniger gelungen ist hingegen das Spielgefühl, das Bong-gus Figurenmodell bietet. Die Bewegungen sehen zwar niedlich aus, fallen aber nicht in jeder Situation präzise aus. Manchmal konnte ich die Größe der virtuellen Spielfigur nicht angemessen beurteilen, sodass es zu unbeabsichtigten Stürzen oder Kollisionen kam. Auch die Sprünge funktionieren hakelig. Die Entfernung und das Momentum aus Sprüngen ist schwer abzuschätzen, was manche Parkour- oder Fluchtpassagen lästig gestaltet. Das ist schade, da diese Momente den ansonsten ruhigen Spielfluss hier und da ausbremsen. Wirklicher Frust kam in meinem Spieldurchgang allerdings nicht auf.
Kurze Spielzeit, aber fairer Preis
Mit einer Spielzeit von rund fünf Stunden fällt My Little Puppy eher kompakt aus. Der niedrig gehaltene Schwierigkeitsgrad und die intuitiven Rätsel dürften erfahrene Spieler kaum fordern. Hardcore-Fans des Plattforming-Genres werden hier vermutlich nicht auf ihre Kosten kommen, zumindest nicht durch die gebotenen Spielmechaniken. Allerdings kommuniziert der Budgetpreis von etwa 25 € klar, dass es sich nicht um ein vollwertiges AAA-Abenteuer handelt. Das Spiel weiß, was es sein möchte: ein kleines, emotionales Erlebnis, das man an einem Wochenende durchspielen kann, ohne ständig vor spielerische Herausforderungen gestellt zu werden.
Wasserfarben-Rückblenden und liebevolle Animationen
Optisch punktet My Little Puppy mit schön illustrierten Zwischensequenzen, die der Geschichte einen sanften Wasserfarben-Look verleihen. Mit Stillbildern werden Geschehnisse aus Bong-gus Vergangenheit sowie prägende Ereignisse der NPCs vermittelt. Die Spielwelt selbst führt durch abwechslungsreiche Landschaften, von einer sandigen Wüste über einen verschneiten Berg bis hin zu tropischen Inseln samt Fortbewegung per Floß mit Delfinantrieb. Immer wieder sind beeindruckende Partikeleffekte zu sehen, beispielsweise wenn Bong-gu eine kahle Landschaft mit der Hilfe dreier Feen wieder zum Blühen bringt. Die Umgebungstexturen wirken gelegentlich etwas matschig und selbst bei maximalen Einstellungen in 4K gibt es hier und da Kantenflimmern zu beobachten. Das machen die charmanten Animationen wieder wett. Bong-gu wackelt und stolpert süß daher, schüttelt sich, wenn er nass wird und sieht in jeder Bewegung niedlich aus. Die Physik ist bewusst verspielt gehalten und unterstreicht den warmen Ton des Abenteuers.
Ich kann grundsätzlich von einer guten Performance auf dem PC berichten. Auch auf dem PC-Handheld MSI Claw 8 AI+ gibt der Titel nach meiner Erfahrung eine tolle Figur ab. Allerdings hätte ich mich über umfangreichere Grafikeinstellungen gefreut. Lediglich die Auflösung und die Grafikvoreinstellung (Niedrig, Mittel, Hoch) sind wählbar. Die Grafikqualität lässt sich nicht im Detail konfigurieren. Immerhin ist eine Unterstützung für Ultrawide-Auflösungen implementiert. In 32:9 sieht My Little Puppy wirklich toll aus! Musikalisch überzeugt der Titel mit freudigen, teils epischen Klängen, die gelungen den Abenteuercharakter untermalen. Eine Sprachausgabe gibt es nicht. Dafür erklingen regelmäßig passende Tierlaute, Grunzen der NPCs und reges Gebell zum Ausdruck von Freude.




















