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Releasedatum: 21.07.2026

Medientyp: Download
Genre: Visual Novel, Sci-Fi
Entwickler: MAGES. Inc.
Herausgeber: Spike Chunsoft

Steam Store Nintendo Store Playstation Store

 


MAGES. Inc und Spike Chunsoft erweitern mit Steins;Gate RE:BOOT die Science-Adventure-Serie um einen neuen Titel. Dabei handelt es sich allerdings nicht um gänzlich neues Spiel, sondern um ein Remake des wahrscheinlich beliebtesten Spiels aus dem Hause MAGES. Mit der Ankündigung von zusätzlichen Inhalten und einem neuen Artstil möchte RE:BOOT nicht nur bei Neulingen im Steins;Gate-Universum punkten, sondern auch langjährige Fans zu einem erneuten Durchgang motivieren. Wie umfangreich die neuen Inhalte letztlich ausfallen und wie gut die neue Umsetzung gelungen ist, berichte ich in meinem Test.

Ein verrückter Wissenschaftler experimentiert mit der Zeit

Steins;Gate RE:BOOT versetzt Spielende in die Rolle von Okabe Rintaro. Er ist ein junger College-Student ohne nennenswertes Einkommen, der gemeinsam mit seiner Kindheitsfreundin Shiina Mayuri und seinem Kommilitonen Hashida Itaru ein Forschungslabor gründet. Auch die Wissenschaftlerin Kurisu Makise stößt zum Aufgebot dazu und wird im Verlauf der Geschichte beinahe wie eine zweite Protagonistin neben Okabe etabliert. Mit ausgeprägten Größenwahnfantasien nimmt Okabe das Pseudonym Hououin Kyouma an und spielt einen verrückten Wissenschaftler, der laut eigenen Aussagen von einer geheimen Organisation verfolgt wird.

Stolz präsentiert Okabe seine seltsamen Technik-Gagdets, die bisher aber noch keine bahnbrechenden Erfolge feiern konnten. Das soll sich durch ein fehlgeschlagenes Experiment mit einem seiner Gadgets ändern, das schließlich dazu führt, dass eine Textnachricht versehentlich in die Vergangenheit gesendet wird. Was zunächst wie ein skurriler Zufall wirkt, entwickelt sich schnell zu einem viel größeren Komplott rund um SERN, der Organisation hinter dem leistungsfähigsten Teilchenbeschleuniger der Welt, und den mysteriösen John Titor, der behauptet, aus einer dystopischen Zukunft zu stammen.

Meisterwerk bleibt Meisterwerk

Allzu viel kann über die Handlung kaum gesagt werden, ohne die zahlreichen Überraschungen und Wendungen vorwegzunehmen. In meinen Augen gehört Steins;Gate zu den besten Geschichten, die das Unterhaltungsmedium zu bieten hat. Das trifft insbesondere im Sci-Fi-Bereich zu. Aber aufgrund der schieren Qualität würde ich es sogar zu den besten fiktionalen Geschichten zählen, die ich insgesamt erlebt habe. Mein erstes Erlebnis mit der Handlung war 2015 über die Anime-Serie, bevor ich später die ursprüngliche Visual Novel auf der PS Vita spielte. Sowohl die emotionalen Höhepunkte als auch die komplexen Wendungen, gepaart mit einer ordentlichen Portion Humor, haben mich damals von den Socken gehauen und auch heute kann mich die Handlung nach wie vor begeistern. Die Qualität hinter der kreierten Welt und ihren Figuren kommt auch in Steins;Gate RE:BOOT voll zur Geltung, da es sich um eine weitgehend originalgetreue Neuauflage handelt.

Langsamer Start und gestrafftes Skript der Elite-Version

Dennoch sind weder das Original noch die neue Version frei von Schwächen, weshalb ich im Folgenden darauf eingehe, was mir weniger gefallen hat und wie sich RE:BOOT vom ursprünglichen Spiel unterscheidet. Die Geschichte benötigt etwas Zeit, um Fahrt aufzunehmen. Die Erzählung lässt sich reichlich Zeit für lange Gespräche, ruhige Slice-of-Life-Momente, alberne Witze, Okabes exzentrisches Verhalten und die alltäglichen Sorgen um die finanzielle Zukunft des Labors.

Diese Längen treffen auch auf das Reboot zu, auch wenn nicht einmal das vollständige Skript umgesetzt wurde. Steins;Gate RE:BOOT ist nicht die erste Neuauflage der Geschichte: Bereits Steins;Gate Elite bot eine neue Version mit den Anime-Visuals anstelle der ursprünglichen Zeichnungen und kürzte das Skript deutlich. Damit wurde versucht, das Fett der Handlung ein wenig zu trimmen und das Pacing in der Geschichte zu verbessern. Steins;Gate RE:BOOT verwendet diese gekürzte Fassung. Meiner Meinung nach ist das Pacing in den ersten Stunden weiterhin nicht ideal, aber durchaus verbessert. Daher stören mich persönlich die Kürzungen nicht allzu sehr, obwohl ich gut verstehen kann, dass “Puristen” die Skript-Kürzung negativ wahrnehmen. Wer das vollständige Skript erleben möchte, kann jederzeit zum Original greifen.

Skurrile Figuren, spezieller Humor und große emotionale Belohnung

Die Handlung kann selbst in der komprimierten Form gelegentlich etwas langatmig wirken. Als jemand, der die Figuren bereits kennt, konnte ich die langsame Charakterentwicklung wertschätzen, da ich weiß, wie sehr sich die späteren Ereignisse auszahlen, wenn man die Figuren erst einmal ins Herz geschlossen hat. Für Neulinge hingegen gibt es eine Menge skurriler Momente und einen sehr speziellen Humor, an den man sich erst einmal gewöhnen muss. Manche Leser mögen mit den Figuren nicht auf Anhieb warm werden und insbesondere Okabe Rintaro kann mit seinem „Mad Scientist“-Gehabe und Verfolgungswahn durchaus anstrengend sein. Ich kann mir vorstellen, dass ein kleiner Teil der Spielenden aufgrund der ungewöhnlichen Eigenheiten der Figuren und des langsamen Erzähltempos frühzeitig aussteigt. Doch es lohnt sich, dranzubleiben. Nicht nur die übergeordnete Geschichte und ihre überraschenden Wendungen können auf voller Linie überzeugen, sondern auch die Charakterentwicklungen, die sich im Laufe der Handlung ergeben.

Wissenschaft zum Nachschlagen

Für ein besseres Erlebnis ist ein grundlegendes Interesse an Wissenschaft und Science-Fiction von Vorteil. Das Spiel wirft mit Dutzenden wissenschaftlichen Begriffe um sich, die mal ausführlich erklärt, mal beiläufig erwähnt werden. Glücklicherweise gibt es eine “Tip List”-Datenbank, in der die thematisierten Begriffe nachgeschlagen werden können. Selbst wenn manche Figuren seltsam wirken und die Handlung an einigen Stellen nur langsam voranschreitet, bietet das Spiel eine Fülle interessanter Fakten und Theorien aus der Physik, die zum besonderen Charme von Steins;Gate beitragen.

Handy erneut mit großem Auftritt

Im Vergleich zur ersten Neuauflage Steins;Gate Elite bringt Steins;Gate RE:BOOT eine spielerische Änderung mit sich. Wie es sich für eine Visual Novel gehört, besteht der Großteil des Gameplays aus Lesen. Das ursprüngliche Steins;Gate verfügte über ein virtuelles Handy, mit dem interagiert werden konnte, um die Geschichte direkt zu beeinflussen. Steins;Gate Elite strich das Handy zwar nicht ganz, reduzierte diese Handy-Interaktionen aber auf ein Minimum. RE:BOOT hingegen bringt das Handy zurück und orientiert sich stärker am Original. Es kann jederzeit telefoniert werden, Hintergrundbilder und Klingeltöne lassen sich frei ändern und durch das Senden oder Ignorieren von Nachrichten werden die Story-Routen beeinflusst. Über diese Interaktionen können Spielende bestimmen, welchen Pfad sie einschlagen.

RE:BOOT bietet zudem ein praktisches Diagramm, das zeigt, auf welcher Route man sich befindet und welche Ereignisse diese Weltlinie umfasst. Dieses sogenannte „Observer“-Feature ist hilfreich, bleibt aber hinter seinen Möglichkeiten zurück. Es werden lediglich die Unterschiede zwischen den Routen aufgezeigt, ohne das direkte Anspringen bestimmter Abzweigungen zu ermöglichen. Wer alle Enden sehen möchte, sollte weiterhin viele Speicherstände manuell anlegen.

Neue Inhalte, aber keine großen Überraschungen

Während die meisten Figuren bereits im Original individuelle Routen und Enden hatten, wurde Kiryu Moeka diese Ehre nicht erwiesen. In Steins;Gate RE:BOOT erhält Moeka ebenfalls eine eigene Route. Die darin erzählte Geschichte ist nicht vollständig neu, sondern adaptiert Konzepte aus der Drama-CD „Hyde of the Dark Dimension“. Dieser neue Inhalt ist eine nette Ergänzung, die das Gesamtbild ein wenig abrundet. Letztlich stellt die Umsetzung aber nur ein relativ kurzes, charakterfokussiertes Ende dar. Wer auf eine voll ausgearbeitete alternative Route gehofft hat, könnte enttäuscht werden. Darüber hinaus sind neue Referenzen auf Steins;Gate 0 implementiert. Dabei handelt es sich um eine Art Prequel, das nach dem Original erschien. Diese Referenzen helfen, die Geschichten besser miteinander zu verknüpfen, bieten jedoch keine wirklich wichtigen neuen Inhalte. Zudem wartet nach dem Erreichen aller Enden eine kleine Post-Credit-Szene. All diese Ergänzungen sind willkommen, rechtfertigen aber kaum den Preis von 60 Euro, gerade wenn man das Original bereits besitzt.

Stimmen und Musik im neuen Gewand

Für alle, die sich dennoch für die neue Version entscheiden, gibt es weitere Neuerungen auf der audiovisuellen Ebene. Die japanischen Sprecher haben ihre Rollen für RE:BOOT neu eingesprochen und nutzen die Gelegenheit, die Stimmung mancher Szenen leicht zu verändern. Das Ergebnis fällt großartig aus. Obwohl ich die Sprache nicht verstehe, nehme ich deutlich wahr, wie in manchen Szenen die Konversationen energetischer und ernster ausfallen. Auch der Soundtrack wurde vollständig neu aufgenommen. Die Tracklist und Kompositionen sind allerdings weitgehend unverändert geblieben. Manche Stücke unterscheiden sich nur subtil, andere deutlicher. Die Umsetzung ist sehr gelungen und verfrachtet die vertrauten Songs und Stimmen in ein frisches Gewand.

Ein moderner Look, der mich positiv überrascht hat

Grafisch wurde jede Illustration und Animation von Grund auf neu gestaltet. Das hat erneut Originalzeichner huke verantwortet. Die Charakterporträts im Vordergrund sind nun animiert, bewegen sich und vermitteln Emotionen über ihre Mimik. Anfangs war ich unsicher, wie ich diesen neuen Look finden würde. Trailer ließen mich im Vorfeld sehr skeptisch zurück. Doch beim Lesen verflogen meine Bedenken schnell. Manche Figuren passen besser zum neuen Stil als andere, aber insgesamt handelt es sich um eine gelungene Alternative, die neue Nuancen in die Darstellung bringt. Der Look wirkt moderner und sauberer. Persönlich bevorzuge ich weiterhin die Ästhetik der ursprünglichen Visual Novel mit ihren rauen, stilisierten Bildern. Das ist vermutlich einfach dem geschuldet, dass dies die Version war, mit der ich das Werk erstmals vollständig erlebt habe. Dennoch hat der neue Stil seine Daseinsberechtigung und bietet sowohl Kennern als auch Neulingen eine sehenswerte Alternative.

Genre-typische Komfortfunktionen

Technisch läuft Steins;Gate RE:BOOT in der von mir gespielten PC-Fassung einwandfrei. Die Anforderungen sind gering, sodass das Spiel auf den meisten Systemen problemlos laufen dürfte. Ich habe den Großteil meiner Zeit auf dem Steam Deck OLED verbracht, da ich die Portabilität beim Lesen schätze und die farbenfrohen Darstellungen auf dem OLED-Bildschirm besonders gut zur Geltung kommen. Das Spiel bietet alle üblichen Komfortfunktionen des Genres: automatische Textweiterschaltung, eine Option zum Überspringen von Text, einstellbare Textgeschwindigkeit und individuelle Lautstärkeregelung für jede Figur. Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass auf dem Steam Deck der Touchscreen nicht zum Textfortschritt genutzt werden kann. Über das Steam-Menü lassen sich jedoch eigene Shortcuts einrichten, etwa um die Geschichte über die Berührung eines der Trackpads weiterzublättern.

Derzeit ist Steins;Gate RE:BOOT für PC verfügbar, Ende Oktober folgt die Veröffentlichung auf Xbox Series S|X, PS4, PS5, Switch und Switch 2. Es freut mich, dass die Geschichte damit auf mehr Plattformen zugänglich wird als je zuvor.

Überblick der Rezensionen
Story. Charaktere und World Building
10
Neue Inhalte und Features vs. Preis
7
Grafik und Sound
9
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Dominik
Hey Leute, ich bin der Dominik und leidenschaftlicher Zocker. Egal ob PC, Konsole, Handhelds oder VR, solo oder multiplayer - ich interessiere mich für die volle Bandbreite, die die Gaming-Welt zu bieten hat. Lieblingsgenres habe ich dennoch: Rennspiele, Action/Adventures, JRPGs und Visual Novels.
steinsgate-reboot-im-testSteins;Gate RE:BOOT präsentiert eine Geschichte, die mich auf eine Weise berührt und mitreißt, wie es nur wenige Werke schaffen. Die Mischung aus kreativen und toll vorgetragenen Sci-Fi-Konzepten, skurrilem Humor und tiefgreifenden emotionalen Momenten funktioniert hier genauso gut wie im Original. Langatmige Momente und die anfangs teils sehr kauzigen Figuren erschweren den Einstieg zwar ein wenig. Doch wenn man diese Hürde erstmal genommen hat, kann man sich voll und ganz auf eine der besten Zeitreise-Geschichten aller Zeiten einlassen. <p></p> Die neu vertonten Stimmen, der überarbeitete Soundtrack und die modernisierte Optik verleihen dem Klassiker dabei eine frische Note. Die neuen Inhalte, darunter die Moeka‑Route und Referenzen auf Steins;Gate 0, sind willkommen, bleiben aber eher seichte Ergänzungen als echte Neuerungen. Insgesamt ist Steins;Gate RE:BOOT eine solide Alternative, die das Original toll aufgreift, aber nicht zwingend ersetzt. Wer auf das vollständige Skript der ursprünglichen Visual Novel schwört und das Original bereits besitzt sowie erlebt hat, erhält nur wenige Anreize, der neuen Fassung eine Chance zu geben. Der Vollpreis in Höhe von 59,99€ macht es schwer, eine uneingeschränkte Empfehlung auszusprechen, gerade weil der Original-Titel immer wieder im Sale für unter 10€ zu haben ist.