Releasedatum: 21.07.2026
Medientyp: Download
Genre: Plattforming, Rätsel
Entwickler: Emerteria
Herausgeber: New Tales
Das französische Entwicklerstudio Emeteria schickt mit Fading Echo einen farbenfrohen Titel ins Rennen, der sich durch verschiedene Verwandlungsfähigkeiten auszeichnet. Fading Echo ist mittlerweile auf dem PC erhältlich und soll im Laufe des Jahres noch für Nintendo Switch 2, PS5 und Xbox Series S | X erscheinen. Ich habe mir die PC-Version bereits anschauen können und verrate euch, ob das kreative Konzept aufgeht.
Eine junge Frau gegen die Paradox-Korruption
Fading Echo führt Spielende in eine fremdartige, von kosmischen Kräften verzerrte Welt, in der eine junge Frau namens One sich in einer alternativen Dimension vorfindet. Plötzlich ist One mit elementaren Fähigkeiten ausgestattet. Sie kann sich etwa in einen kleinen Wasserblob verwandeln, durch Gitter hindurch gleiten oder sich andere Beschaffenheiten wie Lava und Säure einverleiben. Im Wettlauf gegen die Zeit muss One lernen, diese Kräfte zu beherrschen, bevor die Macht hinter der Korruption Ones Planeten vollständig vernichtet.
Ich empfand die Spielwelt von Fading Echo als durchaus interessant. Das liegt mitunter an einigen Figuren, die das Abenteuer bereichern. Ones Mutter stößt im Verlauf der Handlung dazu. Auch ein gesprächiges KI-Wesen, das One wiederherstellt, verleiht dem Abenteuer eine unterhaltsame Note. Die Geschichte dient als funktionaler Rahmen für das Spiel. Gleichzeitig fehlt es der Handlung an erzählerischer Finesse und echten Höhepunkten, sodass sie insgesamt solide ausfällt, aber kaum der Grund ist, weshalb Fading Echo gespielt werden sollte. Diese Rolle übernimmt eindeutig das Gameplay, das im Fokus steht.
Formwandel als zentrale Spielmechanik
Spielerisch kombiniert Fading Echo seichtes Plattforming aus Third-Person-Sicht mit schnellen Kämpfen. Das Highlight stellen aber Ones Verwandlungsfähigkeiten dar. One kann zwischen ihrer menschlichen Gestalt und verschiedenen flüssigen Formen wechseln, die sowohl beim Erkunden der Welt als auch im Kampf zum Einsatz kommen. In menschlicher Form stehen einfache Schlag- und Trittattacken zur Verfügung, die effektiv sind, aber mit der Zeit etwas eintönig werden. Erst durch die Elementarkräfte gewinnt das Kampfsystem an Tiefe. Die flüssige Form dient nicht nur der Fortbewegung, etwa um durch Gitter zu gleiten, sondern kann verschiedene elementare Eigenschaften annehmen.
Als Feuerblob lassen sich Gegner verbrennen und die Verwandlung in Dampf ermöglicht es, größere Abgründe zu überqueren. Rollt One in Säure, wird sie explosiv und kann einen gewaltigen Sprung in die Luft ausführen, um höher gelegene Orte zu erreichen. Mit unterschiedlichen Gegnertypen im Spiel wird es zur Aufgabe, herauszufinden, welche Elemente gegen welche Feinde am besten funktionieren. Ein Fähigkeitenbaum sorgt zudem dafür, dass sich der Bewegungs- und Angriffskatalog stetig erweitert und One stärker wird, etwa durch mehr Lebenspunkte oder eine größere Wirkungsfläche der Attacken.
Aufmerksamkeit in der Erkundung und in den Rätsel-Segmenten erfordert
Neben Kämpfen und Plattforming legt Fading Echo großen Wert auf Erkundung, die häufig mit Puzzle-Elementen verknüpft ist. Oft sind Türen verschlossen, weil Schalter betätigt werden müssen und dafür ist es notwendig, zwischen den Elementarformen zu wechseln. Unterwegs muss One ermitteln, wie sie ihre Kräfte am effektivsten einsetzen kann, um weiterzukommen. Dafür kann die Protagonistin kleine Orbs auf ihrer Reise mitnehmen, die eine elementare Verwandlung und die damit zusammenhängenden Fähigkeiten ermöglichen. Diese Orbs können jedoch nicht durch Gitter transportiert werden, was hin und wieder dazu führt, dass Spielende auf kreative Weise vom Hauptweg abkommen und nach alternativen Möglichkeiten suchen müssen, um die Orbs an die richtige Stelle zu führen.
Es gilt, in überschaubar großen Leveln Rätsel- und Geschicklichkeitspassagen zu erledigen und am Ende eines Levels riesige Wasserquellen wiederherzustellen. Das Vorankommen fühlt sich zumeist belohnend an, da Wege selten klar vorgegeben werden und Spielende selbst herausfinden müssen, wie ein Bereich zu meistern ist. Gleichzeitig hatte ich gelegentlich Schwierigkeiten mit der Navigation. Das Spiel verzichtet weitgehend darauf, Spielende an der Hand zu halten und bietet viel Freiheit, da mehrere Wege von Beginn an offenstehen. Dadurch kann es leicht passieren, dass man das nächste Ziel zum Voranschreiten übersieht. Mehrmals musste ich Gebiete erneut durchqueren, weil ich einen Aufzug oder ein Gitter schlicht nicht erblickt hatte. Es gibt eine Hilfsmechanik, die Orientierung bietet, doch insgesamt hätte die Visualisierung des korrekten Pfades etwas klarer ausfallen können. Da manche Rätsel das Durchqueren mehrerer Dimensionen über Portale erfordern, zahlt es sich aus, aufmerksam zu bleiben und die Struktur der Sandbox-Areale zu verinnerlichen, da es sonst schnell unübersichtlich wird. Mit einer Spielzeit von rund zehn Stunden ist aber das Pacing gut gelungen. Der Titel zieht sich nicht unnötig in die Länge.
Farbenpracht mit Performance-Problemen
Optisch präsentiert sich Fading Echo als stilisiertes, farbenfrohes Abenteuer mit fremdartigen Landschaften und eindrucksvollen Aussichten. Die alternativen Realitäten zeichnen sich durch kräftige Farbakzente aus, die das Spiel visuell hervorheben. Die Zwischensequenzen nutzen einen Comic-Stil mit passenden Sprechblasen für Konversationen, was hervorragend zur Atmosphäre passt. Die Elementareffekte wirken bei der Nutzung etwas schlicht, doch insgesamt hat das Entwicklerstudio dem Titel eine wirklich gelungene Grafik spendiert. Allerdings traten während meiner Zeit mit dem Spiel einige technische Probleme auf. Auf meinem leistungsstarken PC kam es überraschend zu deutlichen Framedrops und zudem begegneten mir vereinzelte Glitches, etwa dass One durch den Boden fiel oder Gegner bei Berührung mit Feuer keinen Elementarschaden registrierten. In Summe konnten diese technischen Probleme aber nicht meinen Spaß am Spiel trüben.














