Releasedatum: 07.06.2026
Medientyp: Download
Genre: Racing, Off-Road-Rally
Entwickler: Exbleative
Herausgeber: Future Friends Games
Die Entwickler von Exbleative ziehen im Spiel Exo Rally Championship erneut ins Weltall. Auf den Titel Exo One, in dem man in einem kleinen Raumschiff ein interplanetarisches Abenteuer erlebt, folgt nun ein eher traditionelles Rennspiel gegen die Zeit, das allerdings seinen Schauplatz im Weltall beibehält und damit kreative Impulse liefert. Wie gut mir das kreative Rallye-Spiel gefallen hat, erfahrt ihr in meinem Test.
Neue Impulse für Rally-Fans
Exo Rally Championship ist ein interessanter und zugleich erfrischender Ansatz im Rally-Racing-Genre. Viele Elemente wirken vertraut: Mehrere Etappen bilden eine Meisterschaft, es gibt Tuning-Optionen, Service zwischen Etappen, eine Reifenwahl vor dem Rennen, realistische Physik und ein glaubwürdiges Schadensmodell. Doch der Clou des Spiels liegt woanders. Die Rennen finden nicht auf irdischen Pisten statt, sondern auf exotischen Planeten, die jeweils eigene gravitative und geologische Besonderheiten mitbringen. Diese ungewöhnliche Kulisse sorgt dafür, dass sich das Spiel trotz klassischer Rallye-Strukturen deutlich anders anfühlt als Genrevertreter auf der Erde.
Das Ziel ist simpel: die schnellste Gesamtzeit im Vergleich zu anderen Fahrern erzielen. Es handelt sich also um reine Zeitrennen, ohne dass mehrere Fahrzeuge gleichzeitig auf der Strecke sind. Apropos Strecke: Eine klassische Straße gibt es nicht. Stattdessen wird man auf einem Planeten abgesetzt und muss nacheinander definierte Zielpunkte durchfahren. Der jeweils nächste Zielpunkt wird durch ein Icon auf dem Bildschirm angezeigt, allerdings ohne akustische Hinweise wie im echten Rallye-Sport, was nachvollziehbar ist, da man keinen Beifahrer hat. Die verschiedenen Oberflächen der Planeten bieten unterschiedliche Grip-Level, die wiederum stark davon beeinflusst werden, welche Reifen man gewählt hat. Auch das Wetter beeinflusst, wie gut man seinen Rover in der Spur halten kann. Bei starkem Regen wird das Fahrverhalten durch rutschige Stellen weiter erschwert.
Anspruchsvoller Schwierigkeitsgrad und komplexe Mechaniken
Die ersten Events meisterte ich noch relativ problemlos, doch schon bald wurde es herausfordernd, mit der KI mitzuhalten und konkurrenzfähige Zeiten zu fahren. Mir persönlich hat diese Herausforderung gefallen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass manche Spieler von der teils frustrierenden Natur des Spiels abgeschreckt werden. Die zahlreichen Anpassungsmöglichkeiten des Rovers, etwa Reifen, Federung oder Bremskraft, können schnell überwältigend wirken, wenn man eigentlich nur fahren möchte.
Das Schadenssystem trägt ebenfalls zur Schwierigkeit bei. Ein Crash kann dazu führen, dass der Rover für den Rest der Etappe stark eingeschränkt ist. Reparaturen sind möglich, ziehen aber Zeitstrafen nach sich, ebenso wie ein zu früher Start. Es hat eine Weile gedauert, bis ich die Art und Weise verstanden habe, wie das Spiel fordert, aber gleichzeitig belohnt. Immerhin kann die Schwierigkeit der KI-Zeiten sowie die Intensität des Schadenssystems angepasst werden.
Verständlicherweise schalten sich in Exo Rally Championship bestimmte Inhalte erst frei, wenn man seine Fahrer-Lizenz verbessert. Erfahrungspunkte aus Rennen erhöhen diese Lizenzstufe. So stellt das Spiel sicher, dass man nicht zu früh mit zu vielen Mechaniken und Informationen überladen wird.
Gefährliche Sprünge erfordern präzises Thruster-Management
Der für mich spaßigste Aspekt von Exo Rally Championship ist zugleich das Alleinstellungsmerkmal des Spiels. Auf dem holprigen Terrain muss man nicht nur Geschwindigkeit und Grip im Blick behalten. Man muss sicherstellen, dass der Rover überhaupt auf dem Boden der Planeten bleibt. Beim Sprung über eine Düne ist es extrem leicht, sich zu überschlagen und auf dem Dach zu landen. Zwar kann man den Rover mithilfe der Crew aus der Ferne wieder umdrehen, doch das kostet wertvolle Sekunden.
Das Fahrzeug verfügt über Thruster, mit denen man die Landung über den rechten Stick ausrichten kann. Das erfordert etwas Übung und der Treibstoff der Thruster ist begrenzt. Doch sobald man den Dreh raus hat, wird dieses Feature zu einem sehr spaßigen und einzigartigen Gameplayelement. Zusätzlich können Erdbeben oder Mikrometeoriten auftreten, während man über die Planeten rast. Diese dynamischen Ereignisse sorgen für zusätzliche Spannung und machen jede Etappe unberechenbar.
Solider Umfang mit Meisterschaften, Online-Modi und Strecken-Editor
Zu Beginn wird man von einem umfangreichen Tutorial begrüßt. Die Ziele in dieser Einleitung waren nicht immer sofort verständlich, doch insgesamt war ich froh über diesen Spielplatz, auf dem ich die Mechaniken in Ruhe kennenlernen konnte.
Das Herzstück des Spiels ist eine Reihe von Meisterschaften, die von einer eher oberflächlichen Story begleitet werden. Man fährt für eine Crew namens Lindsay. Die Kommunikation mit Crewmitgliedern erfolgt über kurze Gespräche, die Präsentation wirkt jedoch recht klobig. Hinzu kommt eine durchwachsene deutsche Übersetzung, bei der zudem Umlaute in einer anderen Schriftart dargestellt werden. Letztlich hatte ich Spaß mit den Meisterschaften, ignorierte die “Story” aber weitgehend.
Darüber hinaus lassen sich eigene Renn-Events erstellen. Es gibt einzelne Zeitrennen, einen Online-Rallye-Modus sowie tägliche und wöchentliche Herausforderungen. Wer kreativ werden möchte, kann die fünf Planeten des Spiels nutzen, um im Stage-Editor eigene Strecken zu bauen. Vier Rover-Klassen stehen zur Auswahl, die sich im Thruster-Verhalten, Geschwindigkeit, Grip und Gewicht unterscheiden. Die EX06-Klasse kann die Thruster-Schübe beispielsweise nicht nur zur Ausrichtung des Vehikels auf den planetaren Boden nutzen, sondern auch hohe Geschwindigkeiten erreichen und besonders schnelle Bremsmanöver mit Hilfe der Luftstöße ausführen.
Die fünf Planeten bieten ebenfalls unterschiedliche Eigenschaften, etwa die Ausprägung und Häufigkeit von Bodenunebenheiten oder die Stärke der Schwerkraft. Vor allem auf dem Mond kommt dank geringer Gravitation ein ganz anderes Fahrgefühl zustande. Auf “Fusang” hingegen stellen verheerende Stürme ein zusätzliches Hindernis dar. Im “Freien Fahren” lassen sich die Besonderheiten der Boliden und Strecken erkunden, bevor es in den Meisterschaften ums Ganze geht. Zwar hätte ich mir eine größere Fahrzeugvielfalt gewünscht, doch insgesamt war ich mit dem angebotenen Umfang zufrieden, zumal das Spiel zu einem Budgetpreis von 24,50 € verfügbar ist.
Grafik, Performance und Sound
Optisch macht Exo Rally Championship einen guten Eindruck. Einerseits sind die Planeten recht karg, andererseits machen gelungene Wettereffekte und eine hübsche Beleuchtung den Titel ansehnlich. Die Grafikoptionen sind allerdings sehr spärlich: Man kann lediglich zwischen drei Presets wählen und Screen Space Reflections ein- oder ausschalten. Auf einem High-End-PC war die Performance kein Problem, doch auf meinen Handheld-PCs (MSI Claw 8 AI+ und Steam Deck OLED) war es schwierig, ohne starke Einschränkungen eine stabile 30-FPS-Erfahrung zu erreichen. Das Verhältnis zwischen Grafikqualität und Performance fühlt sich nicht ganz ausgewogen an. Auch wenn das Spiel einige schöne Momente bietet, wirkt es nicht so beeindruckend, dass die hohen Hardware-Anforderungen gerechtfertigt wären. Die Motorensounds sind solide, und einige, wenn auch nicht alle Gespräche mit der Lindsay-Crew sind vertont.















