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Releasedatum: 27.02.2026

Medientyp: Blu-ray, Spielkarte, Download
Genre: Action-Adventure, JRPG
Entwickler: D.A.G Inc.
Herausgeber: Bandai Namco Entertainment

Steam Playstation Store Xbox Store Nintendo Store

Tales of Berseria Remastered ist eine Neuauflage des Action‑RPGs, das 2016 in Japan für PS3 und PS4 erschien und 2017 weltweit veröffentlicht wurde. Die Remaster‑Version ist Teil des Tales‑Remaster‑Projekts von Bandai Namco zum 30‑jährigen Jubiläum der Reihe. Ziel ist es, ältere Ableger auf moderne Plattformen zu bringen, sie technisch aufzuwerten und mit zeitgemäßen Komfortfunktionen auszustatten. Ob die vorgenommenen Verbesserungen im Falle von Tales of Berseria tatsächlich einen Neukauf rechtfertigen, habe ich mir genauer angesehen.

Düstere Rachegeschichte mit starken Figuren

In einem abgelegenen Dorf des Königreichs Midgand breitet sich die Dämonenpest aus, die Menschen in monströse Kreaturen verwandelt. Protagonistin Velvet Crowe übersteht die sogenannte „scharlachrote Nacht“ zwar unversehrt, doch einige Jahre später trifft sie ein noch härterer Schicksalsschlag. Sie verliert ihren Bruder und wird selbst von der Seuche befallen. In einem Anfall aus Wut und Verzweiflung tötet sie die verbliebenen Dämonen und landet daraufhin im Gefängnis. Von diesem Moment an verfolgt sie nur ein Ziel: Rache an der Person, die ihr alles genommen hat.

Im Vergleich zu vielen anderen Teilen der Tales‑Reihe schlägt Berseria eine deutlich düstere Richtung ein. Die Prämisse ist trostlos, Velvet selbst eine gebrochene, kalte und rachsüchtige Hauptfigur. Gerade dieser Fokus auf ihren persönlichen Rachefeldzug macht die Geschichte spannend und besonders. Statt einer klassischen Heldenreise erleben Spielende eine Erzählung, die sich bewusst von typischen JRPG‑Motiven abhebt.

Trotz des ernsten Tons gelingt es Berseria immer wieder, leichter bekömmliche Momente zu integrieren. Velvet ist zwar fest entschlossen, ihren Racheplan durchzuziehen. Doch ihre Reise wird von einer Gruppe ebenso moralisch fragwürdiger Begleiter aufgelockert, die man spätestens nach dem Bekanntwerden ihrer Hintergrundgeschichten ins Herz schließt. Humorvolle Dialoge, charmante Interaktionen und kleine Nebenhandlungen verhindern, dass die Atmosphäre dauerhaft erdrückend wirkt. Zwar werden einige Anime‑Stereotypen bedient, doch das Figurenensemble zählt klar zu den größten Stärken des Spiels. Zudem sind die Charaktere in der von mir erlebten englischen Fassung gut vertont. Insgesamt gehören die Story und Welt von Berseria zu den besten der gesamten Reihe.

Actionreiches Kampfsystem rund um die Seelenleiste

Das Echtzeit-Kampfsystem von Tales of Berseria basiert auf frei kombinierbaren Kombo‑Bäumen. Auf die vier Face Buttons lassen sich verschiedene „Artes“ legen, die sich als klassische Angriffs-Skills flüssig in vier Stufen verketten lassen. Zentral für das Kampfsystem ist die Seelenleiste, die bestimmt, wie lang unsere Kombos ausfallen dürfen. Je mächtiger ein Artes-Skill ausfällt, desto mehr Seelenenergie wird verbraucht. Zudem wird jeder Charakter mit einer individuellen “Seelenbrecher”‑Fähigkeit ausgestattet. Seelenbrecher verlängert Kombos über normalen Grenzen hinaus, stellt Lebenspunkte wieder her und entfernt negative Statuseffekte. Das hat aber auch seinen Preis: Für den restlichen Kampf gibt man einen Seelenpunkt aus der eigenen Leiste ab, der an den Feind übergeht. Weiter verfeinert werden die Kampfmechaniken um so genannte mystische Artes. Grundsätzlich ergibt sich in der Summe ein nettes System, in dem man stets Risiko und Ertrag miteinander abwägen muss.

Wie in Tales of Arise können wir uns frei über das Schlachtfeld bewegen, statt wie früher in der Reihe auf einer Linie fixiert zu sein. Dadurch lassen sich Angriffen leicht ausweichen oder parieren. Typisch für die Reihe dürfen wir auch andere Gruppenmitglieder steuern, die völlig unterschiedliche Fähigkeiten besitzen. So kommen etwa Eigenheiten wie defensive Magie oder Schadensreduktion zur Geltung. Per “Einwechselangriff” können die Figuren sogar mitten im Kampf ausgetauscht werden. Positiv erwähnen möchte ich den lokalen Koop‑Modus, da im Kampf ein zweiter Spieler die Kontrolle über ein weiteres Gruppenmitglied übernehmen kann.

Das Ergebnis ist ein Kampfsystem, das einerseits simpel genug ist, um mit wildem Tastendrücken überraschend oft Erfolg zu haben, andererseits aber komplexe Mechaniken bietet, die theoretisch zum Taktieren und Ausnutzen von Schwächen einladen. In der Praxis fühlte ich mich jedoch selten dazu motiviert, all diese Feinheiten wirklich auszureizen. Berseria ist insgesamt ein eher leichtes Spiel, das mich kaum dazu drängte, die Tiefe des Systems voll auszuschöpfen. Unterhaltsam bleibt es dennoch, auch wenn sich die Kämpfe für mich über die rund 40‑stündige Spielzeit für die Hauptstory gelegentlich etwas abnutzten.

Spaßige Erkundung gepaart mit nervigem Backtracking und langweiligen Dungeons

Abseits der Kämpfe steht die Erkundung im Mittelpunkt. Besonders gefallen hat mir die Vielfalt der Gebiete, die im Laufe des Spielverlaufs bereist werden. Riesige Tempelanlagen, weitläufige Außenareale, kleine Dörfer und größere Städte mit NPCs und Shops werden durchstreift. Allerdings verlangt das Spiel einiges an Backtracking. Gerade wenn man bereits vertraute Gebiete mehrfach durchqueren muss, gestaltet dies das Vorankommen hier und da etwas zäh.

Typisch für die Reihe gibt es zahlreiche Dungeons, die meist in einem Bosskampf enden. Leider gehören diese zu den schwächeren Aspekten des Spiels. Die Dungeons wirken im Design oft eintönig, viele Gänge sehen sich zum Verwechseln ähnlich und sorgen dafür, dass ich mich gelegentlich wie in einem Labyrinth gefangen fühlte. Dank des spaßigen Kampfsystems bleibt das Absolvieren der Dungeons dennoch unterhaltsam. Doch gerade an dem altbackenen Design der Areale merkt man Berseria sein Alter an. Ergänzend gibt es kleinere Nebenaktivitäten wie Kochen, das Entsenden des eigenen Schiffs auf Expeditionen, das schnelle Belohnungen einbringt, sowie kleinere Minispiele.

Was bringt das Remaster? Komfortfunktionen und kleine Modernisierungen

Die Remaster‑Version kommt mit einer Reihe an Verbesserungen und Zusatzinhalten daher. Dazu zählen

  • eine erhöhte Laufgeschwindigkeit,
  • die Möglichkeit zum Schnellreisen zu einem früheren Zeitpunkt,
  • die Option, zufällige Gegnerbegegnungen zu deaktivieren,
  • neue Symbole zur besseren Orientierung und Zielmarkierungen in der Spielwelt und auf der Minimap,
  • eine überarbeitete Benutzeroberfläche für mehr Übersichtlichkeit,
  • die Möglichkeit, die im Kampf gespielte Musik mit Songs aus der ganzen Serie zu personalisieren,
  • der Zugriff auf den Rangladen, um schon beim ersten Spielstart Vorteile und Modifikatoren zu aktivieren, die sonst New Game+ vorbehalten sind sowie
  • sämtliche DLC‑Kostüme des Originals.

Diese Änderungen sind definitiv willkommen, verändern das Spielerlebnis aber nicht grundlegend. Da Berseria ohnehin der zweitjüngste Teil der Reihe ist, verfügte das Original bereits über gängige Komfortfunktionen. Entsprechend fällt der Modernisierungsgrad dieses Remasters eher gering aus.

Auch technisch gibt es Verbesserungen zu beobachten. Die Ladezeiten sind deutlich kürzer als auf der PS4, die Auflösung wurde erhöht und sorgt für eine schärfere Grafik. Besonders die farbenfrohen, bildschirmfüllenden Effekte sehen hübsch aus. Der Unterschied zum Original ist jedoch weniger drastisch als bei anderen Remastern. Karg gehaltene Umgebungen und manche matschigen Texturen können den Ursprung des Titels nicht verschleiern. Auch die Beleuchtung sieht nicht immer ganz zeitgemäß aus. Auf dem PC läuft das Spiel immerhin sehr gut und eignet sich hervorragend für Handheld‑PCs wie Steam Deck, ROG Ally (X) oder MSI Claw 8 AI+. Besonders erfreulich ist der per Patch nachgereichte 120‑FPS‑Modus auf dem PC.

Trotzdem bleibt ein fader Beigeschmack: Die inhaltlichen und technischen Verbesserungen sind eher oberflächlich, sodass ich mir eine günstige Upgrade‑Option für Besitzer des Originals gewünscht hätte.

Überblick der Rezensionen
Story. Charaktere und Spielwelt
9
Spielmechaniken und Spaßfaktor
7.5
Umfang und Abwechslung
7.5
Grafik
7
Sound
8.5
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Dominik
Hey Leute, ich bin der Dominik und leidenschaftlicher Zocker. Egal ob PC, Konsole, Handhelds oder VR, solo oder multiplayer - ich interessiere mich für die volle Bandbreite, die die Gaming-Welt zu bieten hat. Lieblingsgenres habe ich dennoch: Rennspiele, Action/Adventures, JRPGs und Visual Novels.
tales-of-berseria-remastered-im-testTales of Berseria Remastered überzeugt weiterhin mit einer spannenden und düsteren Geschichte sowie einem starken Figurenensemble. Das flotte Kampfsystem macht Spaß, nutzt sich mit der Zeit aufgrund des eher einfach gehaltenen Schwierigkeitsgrads aber etwas ab. Zudem wirken die Dungeons spürbar altbacken. Die Remaster‑Verbesserungen sind gerne gesehen, fallen insgesamt sowohl inhaltlich als auch technisch jedoch überschaubar aus. Für Neueinsteiger ist diese Version eine klare Empfehlung. Immerhin ist Tales of Berseria in dieser Fassung nun erstmals auch auf einer Nintendo- sowie Xbox-Plattform erhältlich, was JRPG-Fans auf diesen Konsolen freuen dürfte. Besitzer und Kenner des Originals erhalten allerdings nur wenige Anreize für einen erneuten Kauf.