[vc_message message_box_style="solid" style="square" message_box_color="orange" icon_fontawesome="fa fa-gift" css_animation="bounceIn"]Instant-Gaming | Hole dir jetzt PSN Guthaben zum Bestpreis! [/vc_message]

Releasedatum: 15.01.2026

Medientyp: Blu-ray, Spielkarte, Download
Genre: Action-Adventure, JRPG
Entwickler: Nihon Falcom
Herausgeber: NIS America

Zu Steam Zum Playstation Store Zum Nintendo Store

 


Die Veröffentlichung von The Legend of Heroes: Trails beyond the Horizon stellt einen besonderen Meilenstein für Fans der Reihe dar. Nachdem Anhänger der JRPG-Reihe im Westen bisher jahrelang auf den jeweils nächsten Ableger warten mussten, während in Japan bereits der darauffolgende Teil verfügbar gemacht wurde, ist mit Trails beyond the Horizon nun endlich für Parität gesorgt. Der neueste Titel der viele Spiele umfassenden Serie erschien zwar bereits im Jahr 2024 in Japan, ist aber nach wie vor der aktuellste Titel. Somit haben nun auch Fans, die des Japanischen nicht mächtig sind, die Chance, auf den neuesten Stand der Erzählung zu kommen. Ob sich die Wartezeit bezahlt macht und wie sich Trails beyond the Horizon spielt, erfahrt ihr in meinem Test.

Vorkenntnisse dringend erwünscht

Die The Legend of Heroes-Reihe bietet eine zusammenhängende Geschichte, die in mehrere Handlungsbogen aufgeteilt ist. Diese lassen sich zumeist am Untertitel erkennen. So bilden beispielsweise die drei “Trails in the Sky”-Spiele eine Handlungstrilogie, ebenso sind die vier “Trails of Cold Steel”-Spiele zusammengehörig. Beim neuen Titel “Trails beyond the Horizon” gilt diese Faustregel aber nicht direkt. Denn trotz des neuen Untertitels dreht sich die Handlung um die Calvard-Region, die zuvor in den beiden Spielen “Trails through Daybreak 1 und 2” thematisiert wurde. So gesehen entpuppt sich dieser neue Teil als “Trails through Daybreak 3”. Das soll unterstreichen, dass Neulinge der Serie hier absolut fehl am Platz sind.

In Trails beyond the Horizon werden nicht nur die Geschichten aus Daybreak 1 und 2 fortgeführt. Es werden auch Charaktere in die Handlung eingespannt, die in früheren Teilen als Protagonisten fungiert haben. Auch wenn Trails beyond the Horizon kurze Videoclips anbietet, welche die bisherigen Erlebnisse in aller Kürze zusammenfassen, sollte man sich an den Titel dennoch nur mit dem nötigen Vorwissen heranwagen. Dass ein Vorwissen erfordert ist, das man im Grunde genommen nur hat, wenn man alle Spiele der The Legend of Heroes: Trails-Reihe, und somit Hunderte von Stunden gespielt hat, ist eine wahrlich anspruchsvolle Anforderung. Für all diejenigen, bei denen die Spieldurchgänge älterer Teile schon einige Jahre her sind, steht ein Archiv zur Verfügung, mit denen sich das Wissen zu den Regionen, Umständen und Beziehungen auffrischen lässt.

Ich möchte hier nicht behaupten, dass Neulinge überhaupt keinen Spaß mit dem Titel haben werden. Da das Gameplay toll ausfällt, dazu gleich mehr, dürfte jeder JRPG-Fan Gefallen an Trails beyond the Horizon finden. Ohne das Vorwissen werdet ihr bei der Handlung allerdings nur Bahnhof verstehen – da helfen auch Recap-Videos und das Archiv nur wenig. Waschechte Trails-Neulinge sind besser mit dem fantastischen Trails in the Sky 1st Chapter-Remake beraten, das im Laufe dieses Jahres um das Remake des direkten Nachfolgers erweitert wird.

Gute Story, die an Pacingproblemen und einem zu kurzen Ende leidet

Im neuen Teil Trails beyond the Horizon ist Van Arkride verwickelt in das weltbewegende Ereignis “Project Startaker”. Dabei handelt es sich um das Vorhaben von Calvards Präsidenten Roy Cramheart, die erste Rakete der Menschheit ins All zu schicken und langfristig sogar bemannte Raumfahrt zu ermöglichen. Die politischen und technologischen Implikationen dieses Projekts bilden den erzählerischen Rahmen für Vans neues Abenteuer, das viele spannende Wendungen bereithält. Wie viele Teile der Reihe lässt das Pacing stellenweise zu wünschen übrig. Der erste Akt der Handlung braucht eine Weile, um richtig Fahrt aufzunehmen. Zudem war ich ein wenig enttäuscht, dass das Ende, auf das über solch einen langen Spielverlauf hingearbeitet wird, letztlich recht kurz ausfällt und viele Fragen offen lässt.

Diesmal ist Van nicht der einzige Protagonist. Ähnlich wie in Trails into Reverie erzählt das Spiel drei miteinander verwobene Geschichten, die sich gegenseitig ergänzen. Fans dürfen sich über ein Wiedersehen mit beliebten Figuren wie Rean Schwarzer und Kevin Graham freuen. Deren Handlungsstränge fallen zwar etwas kürzer aus, liefern aber einige der stärksten Momente des Spiels. Beide Geschichten greifen thematisch und dramaturgisch in Vans Abenteuer hinein, sodass sich die drei Perspektiven bis zum Abspann zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenfügen. Das Aufeinandertreffen der Figuren aus mehreren Spielen der Reihe ist toll inszeniert. Es bildet die Grundlage für einen herrlichen Humor und stellt für Kenner der vorherigen Teile eine große Stärke des Spiels dar.

Vertrautes Kampfsystem mit gelungenen Neuerungen

Wer bereits Daybreak und dessen Nachfolger gespielt hat, wird sich spielerisch sofort zurechtfinden. Die Entwickler setzen erneut auf den Hybridmix aus Echtzeit- und Rundenkämpfen. Dennoch hat Trails beyond the Horizon einige Stellschrauben gedreht und präsentiert eines der rundesten und spaßigsten Kampfsysteme der gesamten Reihe. Die größte Neuerung im Echtzeitkampf ist das ZOC-System (Zone of Control). Damit lassen sich Gegner kurzzeitig verlangsamen und empfindlich schwächen, was taktische Vorteile schafft und die Feldkämpfe effizienter gestaltet. Zusätzlich dürfen nun bestimmte Charaktere ihre Awakening-Form direkt im Feld aktivieren und für wuchtige Angriffe sorgen. Mit steigender Spielzeit zeigt sich, dass die Echtzeitkämpfe letztlich nicht ganz so komplex ausgearbeitet sind wie in einem Character-Action-Spiel und auf Dauer ein wenig repetitiv werden. Dennoch bieten die Echtzeitmöglichkeiten vor allem gegen schwächere Feinde eine tolle Alternative zum schnellen Erledigen der Gefahren.

Auch im klassischen Rundensystem spielt ZOC eine Rolle, allerdings mit anderer Funktion. Statt die Zeit zu manipulieren, ermöglicht es hier eine sofortige zweite Aktion. Das eröffnet taktische Finessen, etwa das gezielte Ausnutzen von Delay-Effekten. Gleichzeitig können auch Bosse ZOC einsetzen, was die ohnehin anspruchsvollen Kämpfe noch spannender macht. Die Gameplay-Mechaniken zeigen sich hier besonders ausgefeilt und weisen dieselben Quality-of-Life-Features auf, die schon in den letzten Teilen positiv aufgenommen wurden, wie beispielsweise eine “High-Speed”-Funktion. Mit dutzenden Tastenkürzeln und mehreren Leisten wirkt die Benutzeroberfläche anfangs etwas überladen. Nach einigen Stunden konnte ich über diese Tatsache aber hinwegsehen und freute mich über die Möglichkeit, in Windeseile die Karte, die Questübersicht, meine Erfolge, Schnellzauberaktionen und viele weitere Menüpunkte aufrufen zu können.

Orbment-Tüftelei und flexible Teamgestaltung

Wie es sich für ein Trails-Spiel gehört, ist das Orbment-System erneut ein zentrales Element. Mit Quartz lassen sich Charaktere individuell anpassen. So lassen sich spezielle Builds erstellen, die ausgelegt sind für beispielsweise besonders effiziente Heilung, Schadensmagie oder unterstützende Rollen. Serienveteranen kennen das Prinzip und so kann die Freiheit, Builds zu optimieren und Synergien zu entdecken, nach wie vor einen großen Reiz ausmachen.

Der Grim Garten – optional, aber lohnenswert

Abseits der Story wartet der Grim Garten. Dabei handelt es sich um die Weiterentwicklung des Märchen Gartens aus Daybreak 2. Das virtuelle Gebiet ist größtenteils optional, bietet aber reichlich zusätzliche Inhalte für alle, die noch tiefer eintauchen möchten. Die Mischung aus roguelite-Elementen, jede Menge Belohnungen, Bosskämpfen und kleinen Minispielen sorgt dafür, dass sich der Grind nicht zu eintönig anfühlt. Besonders angenehm ist die freie Wahl der Partyzusammenstellung, die experimentierfreudigen Spielern viel Raum lässt. Mit unzähligen Nebenquests, umfangreichen Dungeons und dem optionalen Grim Garten bietet Trails beyond the Horizon einen großen Umfang, der euch für mindestens 70-80 Stunden beschäftigen wird.

Überzeugende Anime-Grafik mit gelungener Musikuntermalung

Ich habe Trails beyond the Horizon auf dem PC bei maximalen Einstellungen gespielt. Dabei durfte ich einen toll aussehenden Titel im Anime-Look erleben. Mit detaillierten Charaktermodell und hübsch modellierten Animationen weiß der Titel grafisch zu punkten. Neben Trails in the Sky 1st Chapter stellt der Titel den bisherigen Grafik-Höhepunkt der Reihe dar. Einige matschige Umgebungstexturen haben sich eingeschlichen, doch insgesamt finde ich die Optik wirklich gelungen. Der PC-Port glänzt mit umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten und Unterstützung der gängigen KI-Upscaler-Technologien. Auch Ultrawide-Support ist gegeben. Zudem eignet sich das Spiel toll für PC-Handhelds. Ich habe weite Teile meines Durchgangs auf dem MSI Claw 8 AI+ gespielt und auch auf diesem Gerät eine tolle Leistung bei hübscher Grafik erlebt. Technisch fällt der Port wirklich gelungen aus! Abgerundet wird das audiovisuelle Erlebnis durch einen gut eingesprochenen Figurencast sowie einen gewohnt tollen Soundtrack.

Fazit

The Legend of Heroes: Trails beyond the Horizon hat spürbare Probleme mit dem Pacing. Die Story braucht lange, um in Fahrt zu kommen, auch wenn starke Charaktermomente das regelmäßig gut abfedern. Die Aufteilung in mehrere Routen sorgt für Abwechslung in einem langen 80+-Stunden-Abenteuer, und das große Wiedersehen mit Figuren aus früheren Teilen fühlt sich wie ein verdienter Höhepunkt an. Neu aufgeworfene Fragen, clevere Wendungen und der erzählerische Aufbau für das kommende Kapitel halten die Spannung hoch. Doch die finalen Enthüllungen kommen etwas kurz, das Ende wirkt leicht überhastet und so müssen wir uns einmal mehr auf den nächsten Titel gedulden, um dem Storyausgang einen Schritt näher zu kommen.

Spielerisch liefert der Titel die bislang rundeste Erfahrung der Calvard-Saga. Die erweiterten Funktionen im Feldkampf – etwa das kurzzeitige Einfrieren der Zeit – machen enorm Spaß. Das hybride System aus Echtzeit-Kämpfen mit rundenbasierten Elementen glänzt besonders auf höheren Schwierigkeitsgraden. Die komplexeren Systeme gehen allerdings zulasten einer klaren Benutzeroberfläche, die gelegentlich etwas überladen wirkt. Abseits der Hauptstory überzeugt eine solide Vielfalt an Nebenaktivitäten. Das Sandbox-Gameplay im „Grim Garten“ bietet als optionaler Zeitvertreib eine ausgereifte Weiterentwicklung der Ideen aus Daybreak 2.

Optisch präsentiert sich Trails beyond the Horizon als der wohl bestaussehendste Teil der Reihe, der lediglich von Trails in the Sky 1st Chapter Konkurrenz bekommt. Die Animationen sind hervorragend und machen Kämpfe zum echten Spektakel. Begleitet wird das Geschehen von einem gelungenen Soundtrack.

Überblick der Rezensionen
Story und Charaktere
8
Inhalt und Umfang
9.5
Gameplay
9
Grafik & Sound
8.5
Vorheriger ArtikelMIO: Memories in Orbit Review: Ein sehr wandlungsfähiges Metroidvania
Nächster ArtikelCom2uS veröffentlicht Entwickler-Video zur Kollaboration von Summoners War und Der Herr der Ringe
Dominik
Hey Leute, ich bin der Dominik und leidenschaftlicher Zocker. Egal ob PC, Konsole, Handhelds oder VR, solo oder multiplayer - ich interessiere mich für die volle Bandbreite, die die Gaming-Welt zu bieten hat. Lieblingsgenres habe ich dennoch: Rennspiele, Action/Adventures, JRPGs und Visual Novels.
the-legend-of-heroes-trails-beyond-the-horizon-im-testUnterm Strich bietet The Legend of Heroes: Trails beyond the Horizon das bislang rundeste und spielerisch stärkste Erlebnis der Calvard-Saga. Die Story bleibt jedoch etwas hinter den Erwartungen zurück und verschiebt die großen Enthüllungen dieser Saga einmal mehr auf das nächste Kapitel. Dennoch schaffen es die Handlung und die bekannten Charaktere, immer wieder Highlights zu setzen. Der Umfang und die technische Umsetzung können einmal mehr überzeugen.