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Während der diesjährigen Leipziger Buchmesse hatte ich die Chance ein Interview mit Eshilems zu führen, welche Kunstdrucke, Sticker und weiteres angelehnt an die japanische oder asiatische Kultur, Medien oder auch Natur erstellt. Ihr findet sie zum Beispiel bei Instagram oder Etsy.

Tobias (Axyo): „Kannst du bitte kurz dich und deine Arbeit vorstellen?“

Eshilems: Also, ich bin Caro. Mein Künstlername ist Eshilems und ich bin Illustratorin, Grafikdesignerin, hauptberuflich. Dabei ich gehe gleichzeitig auch auf viele Conventions im Comic-Bereich und Manga-Bereich, aber auch viel in der Kunst- und Designmärkte-Richtung. Oder auch auf Gaming-Conventions. Ich mache auf den Conventions alles mögliche: cute Tierchen, lustige Sprüche in Kombi mit süßen Tierchen, Dinos und Kunst-Drucke. Viel inspiriert von japanischen Sachen, asiatischen Raum und der Natur.“

Tobias (Axyo): Würdest du da sagen, dass du so einen eigenen Stil hast? Und wenn ja, wie bist du zu dem gekommen?“

Eshilems: Das ist eine interessante Frage, weil diese Stilfrage war für mich und ist auch immer noch immer so ein Thema. Man ist immer so, und viele andere Künstler:innen werden das bestätigen können, find your style und so und ich persönlich würde noch voll sagen, nee, ich habe noch gar keinen Stil. Aber es kommen schon oft Leute an meinen Stand und sagen, oh, ich liebe deinen Artstyle. Und ich bin so, welcher Artstyle? Deswegen die Antwort, wie ich darauf gekommen bin, wo ich jetzt bin, einfach durchmachen und rumprobieren. Das ist auch das, was mir auch gefällt. Ich habe auch gemerkt, dass es so ein bisschen entwickelt hat. Ich habe eine Zeit lang viel 3D gemacht. Dann habe ich auch ganz simple Sachen gemacht. Mal minimalistisch, mal traditionell, mal nicht. Dann versucht dies zu mischen. Also vor allem eigentlich durch das Trauen, das auch mal zu mischen. Als ich aufgehört habe an dieses, ich muss meinen Stil finden, zu denken, hat sich das dann so sehr entwickelt.“

Tobias (Axyo): Wie lange, würdest du sagen, beschäftigst du dich schon mit Kunst? Also begleitet sie dich schon dein Leben lang?“

Eshilems: Ja, diese Frage beantworte ich immer mit, seit ich geboren bin, oder seit ich denken kann eigentlich.Das liegt daran, dass meine Mama Modedesignerin war. Ich habe auch noch eine größere Schwester und sie hat auch immer gezeichnet. Wir haben früher im Urlaub immer beide gezeichnet miteinander. Deswegen war das schon von klein auf. Also ich hatte einfach ein Vorbild, weil meine Mama auch sehr toll zeichnen kann. Also sie ist sehr gut im figürlichen Zeichnen. Die Manga-Richtung hat bei mir auch übers Zeichnen angefangen, weil wir einmal in einem Urlaub waren, in dem unsere Mama uns aus dem Buchladen so ein How-to-Draw-Manga-Heftchen gekauft hat. Man muss sich vorstellen, das war zu einer Zeit, wo es noch nur diese ganz kleinen Manga-Stände in Buchläden gab und ich wusste überhaupt nicht, was Manga ist. Ich hatte schon Ghibli-Filme geschaut und so, aber ich wusste gar nicht, was das ist. Seitdem gab es dann eigentlich einmal im Jahr so ein How-to-Draw-Manga-Zeichenbuch. Meine Schwester und ich haben dann immer ganz viel gezeichnet und deswegen schon immer eigentlich.“

Tobias (Axyo): Und wie bist du dann dazu gekommen, das auch zu verkaufen, deine Kunst?“

Eshilems: Das war auch relativ eigentlich spontan gefühlt und durch eine gute Freundin von mir, mit der ich studiert habe. Also ich habe Kommunikationsdesign studiert und in dem Jahr, in dem ich meinen Bachelor gemacht habe, da hatte sie mich gefragt: Hey, ich war letztes Jahr mit unserer Hochschule auf dem Comic-Salon in Erlangen. Hast du Lust, dass wir einen Stand machen? Ich hatte noch gar keine Ahnung, was das denn bedeutet und dann habe ich recherchiert und recherchiert. Dann war ich vor zwei Jahren auf meiner ersten Messe und habe das dann angefangen und habe das eigentlich auch so von früher wiederentdeckt für mich. Weil ich war früher viel auf so ganz kleinen Anime-Veranstaltungen auf lokalen Sachen. Da habe ich auch meinen Freund kennengelernt. Also es ist eigentlich so ein Full-Circle-Moment so ein bisschen.  Jetzt rückblickend war das eigentlich verkaufstechnisch ganz schlimm. Aber ich fand es damals ganz, ganz toll, irgendwie meine Sachen zu zeigen und dieses echte Feedback zu bekommen, hat dann auch dazu geführt, dass ich Bock hatte, das weiterzumachen. Dadurch, dass dann auch zu dem Zeitpunkt  mein Studium vorbei war, hat sich das irgendwie angeboten und ich habe mich selbstständig gemacht gleichzeitig. Also ich bin so ein bisschen reingeschlittert, auch wenn es sehr gepasst hat trotzdem und so hat es dann angefangen.“

Tobias (Axyo): Was inspiriert dich dann am meisten zu neuen Ideen?“

Eshilems: Also so generell umfassend würde ich sagen, ist es viel so Manga, Anime und die Natur, würde ich immer so als Base sagen. Für mich ist aber jetzt dazwischen, eben seitdem ich das mache mit den Messen, auch jede Messe eine riesengroße Inspiration, weil ich mich hier mit den anderen Künstlerinnen unterhalten kann. Außerdem bekomme ich auch das Feedback und dann kriege ich neue Ideen. Also das ist so für wirklich so spezifische Ideen sind die Messen super. Aber so im Alltag ist es einfach viel auch das echte Leben. Also so Situationen und auch Tiere in echt beobachten und Gespräche auch mit anderen vor allem.“

Tobias (Axyo): Hast du dann immer selber die Ideen oder machst du auch Auftragsarbeit, also Kommission?“

Eshilems: Ich mache auch Auftragsarbeit, also was bei mir ja auch eh so ein bisschen Hand in Hand geht. Also es gibt dieses klassische Kommission Thema auf den Messen. Das mache ich auch auf den Messen, dass ich Live Drawings mache und dadurch, dass ich eh freiberuflich als Grafikerin und Illustratorin arbeite, ist da auch ja viel dann eben klassische Aufträge im Sinne von: ich bin eine Firma XY, wir möchten bitte eine Illustration haben für XY. Das sind dann so diese klassischen Aufträge. Oder, was ich jetzt auch viel hatte im letzten Jahr, waren so Tattoo Designs, wo dann Leute auch mit Ideen zu mir kommen und sagen: hey ich mag deinen Artstyle. Hast du Bock mir ein Tattoo zu machen? Das ist dann auch schön, weil sich das so dann überschneidet ein bisschen. Ich hab öfter Leute, die mich hier kennenlernen und merken: ah die war ja irgendwie ganz nett. Und ich mochte ihre Sachen oder ich habe was mitgenommen. Dabei entsteht auch manchmal so ein richtiger Auftrag, der dann eine reine Auftragsarbeit ist. Diese Commissions auf den Messen ist meistens so eine Mischung. Also da gibt es dann unterschiedliche Sachen. Manche sagen: tob dich einfach aus oder: ich möchte gerne den und den Charakter haben.“

Tobias (Axyo): Aber gab es auch schon mal was von Commissions, was du dann so für dich in dein Hauptarsenal quasi aufgenommen hast?“

Eshilems: Ja, tatsächlich schon. Jetzt erst ganz neu tatsächlich. Ich habe ein Logo, das ein Dino ist und ich wollte schon länger mehrere Dinos machen. Ich habe schon mal eine Anfrage gehabt, dass eine Person einen spezifischen Dino eben als Tattoo haben wollte. Dann ist jetzt dieses Dino-Design in mein Dino-Arsenal aufgenommen worden. Also aber auch immer abgeklärt. Wenn natürlich bei mir jemand einen Auftrag macht, der nur für die Person gedacht ist, dann würde ich das auch nicht machen. Ist aber dann auch immer eine Preisfrage. Wenn ich jemandem wirklich die Nutzungsrechte gebe, kostet es mehr und deswegen geht das an sich schon. Aber das ist jetzt das, was mir direkt einfällt. Manchmal ist es auch so eine Mischung, dass ich dann was anpasse. Also ich hatte jetzt auch mal ein bestimmtes Pokémon und dann habe ich schon auch mal Lust, irgendwie mal einen Pokémon-Sticker zu machen. Das stößt dann manchmal was an und dann kann ich das so nochmal in was anderes umwandeln.“

Tobias (Axyo): Wie lange dauert es bei dir? Also würdest du sagen, ungefähr von der Idee zu dem fertigen Kunstwerk dann?“

Eshilems: Das kann von 10 Minuten bis 10 Monate alles sein, tatsächlich. Also das kommt auf so viele Faktoren drauf an. Es gibt den Faktor Motivation, Inspiration, Zeit. Ich hab Illustrationen, die ewig lange in meinem Skizzenbuch so eine Idee waren und ich dann das immer da hatte und so dachte: ah, will ich das jetzt wirklich dann finalisieren? Jetzt auch dadurch, dass es mein Beruf ist, ist es schon auch oft der Gedanke: kann ich daraus ein Produkt machen? Und dass es nicht mehr nur ein reines Ich-mach-das-für-mich-ist. Ist es manchmal dann auch so, stecke ich jetzt wirklich die Zeit in diese Idee rein? Ist das ein gutes Produkt oder mache ich da lieber was anderes? Manchmal ist es auch eine Messe, die einfach so einen Druck reinbringt, dass ich jetzt neue Produkte machen möchte. Da geht es dann mal auch schneller. Aber das ist wirklich sehr, sehr, sehr unterschiedlich. Also bei einem Auftrag, der auf Zeit ist, ist das natürlich was anderes. Aber bei meinen eigenen Sachen können das echt Jahre sein. Das kann aber auch ein Tag sein.“

Tobias (Axyo): Gibt es irgendein Werk von dir, wo du heute sagen würdest, das würde ich jetzt anders machen?“

Eshilems: Also es gibt eine Sache, das ist jetzt aber nicht so aus dem Bereich. Ich habe im Studium mich viel mit Infografiken beschäftigt, die aber auch illustriert sind. Als ich damit angefangen habe, habe ich den Radverkehr in München als Infografiken ausgewertet und mich da ein bisschen reingefuchst. Das finde ich immer noch sehr cool. Ich finde auch die Idee immer noch cool und den Gedanken dahinter und so. Aber das war relativ früh im Studium. Ich finde immer noch dieses Thema gut und auch diese Ideen, die Grafiken und die Zahlen schön darzustellen. Das würde ich heute gerne neu machen, wenn ich die Zeit nochmal dafür hätte. Sonst von vielen Sachen, die ich da habe. Es gibt schon so ein paar Sachen, wo ich mal überlege, vielleicht nochmal so ein Redraw zu machen. Aber das ist gar nicht so viel. Weil oft ist es auch so, ich habe dann eh neue Ideen rumliegen und dass das da dann eher wächst, als dass ich sage, ich nehme jetzt was Altes oder was Neues.“

Tobias (Axyo): Okay, und was können Besucherinnen bei dir, wenn du auf einer Convention bist, erwarten, an dem Stand vorzufinden?“

Eshilems: Diese können auf jeden Fall erwarten, süße Dinos zu finden und süße Tierchen. Auch viele originale Charaktere, weil ich auch versuche, zumindest aktuell, Wert auf originale Charaktere zu geben. Was ich auch sagen würde, unabhängig davon, können sie bei mir, wie auch bei vielen anderen Artists natürlich, das Erlebnis haben, mal zu sehen, wie eine echte Person hinter der Kunst ist und etwas, was man sonst im Internet findet, in echt zu sehen und in ein Gespräch zu kommen, dabei auch Fragen zu beantworten oder auch zu sehen: ah, da ist ein echter Mensch hinter diesen Bildchen, die ich im Internet sehe. Ich würde sagen, vor allem irgendwie diese Connection zu finden und auch ein Mutual zu haben und auf jeden Fall ein Pokémon Mystery Dungeon Fan. Darüber wird oft genördet. Das ist auf jeden Fall ein Thema bei mir. Verständlich.“

 

Tobias (Axyo): Du hast ja schon erwähnt, dass das quasi so ein bisschen beim Comicsalon Erlangen losging. Bist du dann öfter auf Messen jetzt, abgesehen von der Buchmesse Leipzig?“

Eshilems: Für mich ist die Buchmesse mit Abstand die größte Messe, auf der ich bisher war. Wie gesagt, ich mache das auch erst seit zwei Jahren. Ich war sonst viel im bayerischen Raum, weil ich da auch lebe. Ich habe auch versucht, am Anfang die Fixkosten nicht zu hoch zu machen, weil Hotel und Fahrt ist einfach krass. Deswegen bin ich eigentlich schon überall dort gewesen, was so in diesem bayerischen Raum ist. Also schon seitdem ich angefangen habe, hat es mich dann echt angefixt und ich habe versucht, überall zu sein. Dieses Jahr habe ich es ein bisschen auf die erste Hälfte des Jahres beschränkt und gehe dann in der zweiten Hälfte eher so auf vereinzelte Sachen. Also kurz gesagt, ja.“

Tobias (Axyo): So, eigentlich war es das jetzt noch von mir. Würdest du noch irgendwas zu unserer Leserschaft sagen wollen?“

Eshilems: „Ich würde sagen, dass es erstens mal sehr cool ist, auf Conventions zu gehen. Also ich denke mal, deine Leserschaft wird eh tendenziell schon Leute sein, die das kennen. Ich würde jeden auch mal so bestärken, auch mal Leute mitzunehmen auf solche Events, die eigentlich gar nicht in dieser Bubble sind. Weil ich finde, dass diese Events total krass zeigen, wie schön diese Community ist. Ich meine, sowohl auf Gaming Cons als auch Anime und sowas. Es gibt ja ganz viele Vorteile gegenüber all diesen Sachen. Ich habe auch schon selber in meiner Realität mal Leute bewusst, die nicht in dieser Bubble sind, eingeladen und gesagt: komm doch einfach mal rum, red doch mal mit einem Furry, red mal mit jemandem, der Cosplay macht und schau dir doch mal ein paar Games an, um auch mal wirklich ein Bild davon zu machen. Ich finde, diese Messen sind da der beste Ort für so einen Austausch und auch diese Wertschätzung für was Echtes und eine echte Begegnung und alles was immer in echt zu erleben, ist wirklich richtig cool. Also das würde ich so jedem mal empfehlen.“

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Tobias Lehmann
Hi, hier ist Tobias. Ich studiere derzeit und meine Freizeit verbringe ich am liebsten mit Kochen und Zocken. Dabei bevorzuge ich Games mit guter Story, Langzeitmotivation oder einem Couch-Coop Modus.