Releasedatum: 09.06.2026
Medientyp: Download
Genre: JRPG, Open World
Entwickler: Gust
Herausgeber: Koei Tecmo
Atelier Yumia: Die Alchemistin der Erinnerungen und das erträumte Land erschien bereits im März 2025 als 26. Teil der langjährigen Atelier-Serie. Das JRPG war seither für Nintendos Switch-Konsole erhältlich. Nun wurde Anfang Juni 2026 eine technisch aktualisierte Fassung für die Nintendo Switch 2 veröffentlicht, die als eigenständige Version sowie als kostenpflichtiges Upgrade für Besitzer der Switch-Version angeboten wird. Lohnt sich das Spiel? Wie ist die neue Fassung gelungen? Das verrate ich in meinem Test.
Reise durch eine verlorene Welt
In einer Welt, in der Alchemie als Tabu gilt, erzählt Atelier Yumia die Geschichte der Alchemistin Yumia Liessfeldt und ihren Gefährten. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach der Wahrheit hinter dem Fall des einst von Alchemie geprägten Kaiserreichs Aladiss und den Erinnerungen einer verlorenen Vergangenheit. Yumia reist mit einer Forschungsgruppe quer über einen verwüsteten Kontinent und muss einen Weg finden, die Geheimnisse hinter der Katastrophe, die Aladiss zerstörte, aufzudecken.
Im Vergleich zu vielen früheren Atelier-Spielen, die stark auf Slice-of-Life-Elemente setzen, schlägt Atelier Yumia einen etwas düstereren und geerdeteren Ton an. Die Geschichte bietet denkwürdige Antagonisten und emotionale Höhepunkte, die sich gut entfalten und mich über weite Strecken überzeugt haben. Zwar verfällt die Handlung gelegentlich in typische JRPG-Klischees, doch insgesamt hat mir die Art und Weise, wie die Story erzählt wird, gut gefallen.
Ausgewogener Mix aus Crafting, Rätsel, Kämpfen und Erkundung
Mit unterhaltsamen Figuren und einer gelungenen Mischung aus Item-Synthese, seichten Rätseln, Kämpfen und Erkundung hat Atelier Yumia eine Menge Inhalt zu bieten. Rund 30 Stunden dauert ein regulärer Story-Durchgang. Wer optionale Quests abschließen oder die gesamte Spielwelt erkunden möchte, kann noch deutlich mehr Zeit investieren. Während mir die meisten Hauptquests gut gefallen haben, wirken einige Nebenquests simpel und repetitiv. Daher konzentrierte ich mich beim Spielen schon früh nur auf die wichtigen und erforderlichen Aufgaben.
Die offene Welt lädt mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten, regionalen Missionen sowie “Forschungsaufgaben” und Ruinen zum Erkunden ein. Besonders gut hat mir gefallen, wie stark das Spiel die Erkundung belohnt. Mir hat es großen Spaß gemacht, Zeit in den Regionen von Aladiss verbringen. Die Fortbewegung wird durch gut verteilte Seilrutschen erleichtert, die schnelle Wege zwischen zwei Punkten ermöglichen. Später kommt sogar ein stilvolles Motorrad hinzu, das die Reise durch Aladiss noch angenehmer gestaltet.
Solides Kampfsystem mit Action-Elementen
Das Kampfsystem von Atelier Yumia ist unterhaltsam und verbindet rundenbasierte Mechaniken mit Echtzeit-Elementen. Auch wenn ich an die rundenbasierten Kampfsysteme der Serie gewöhnt bin, konnten mich die Action-Aspekte, etwa das freie Ausweichen in 3D oder die Möglichkeit, die eigene Position im Kampfareal selbst zu bestimmen, überzeugen. Gleichzeitig bleiben klassische JRPG-Elemente wie das Ausnutzen von Schwächen bei Gegnern oder der Einsatz von Fähigkeiten und Gegenständen erhalten. Atelier Yumia bietet ein einfaches Kampfsystem, das nicht ganz so anspruchsvoll ist. Langweilig wurden die Kämpfe für mich dennoch nicht.
Bauen und Dekorieren mit Schwächen
Weniger gefallen hat mir das neue Bau- und Dekorationssystem. In vordefinierten Bereichen können Basen errichtet und Möbel erstellt sowie platziert werden. Leider sind sowohl die Benutzeroberfläche als auch die Steuerung für dieses Feature umständlich und unpräzise. Immerhin bleibt diese Aktivität weitestgehend optional, sodass Spielende für sich selbst entscheiden können, wie sehr sie sich mit dieser Gameplay-Mechanik auseinandersetzen wollen.
Vereinfachtes Synthesesystem, das die Alchemie in den Hintergrund geraten lässt
Ein weiterer Aspekt, der mechanisch solide ist, mich aber dennoch etwas enttäuscht hat, ist das Synthesesystem. Es basiert auf Mana, das aus Ressourcen in der Spielwelt extrahiert wird. Obwohl Alchemie einst das zentrale Spielelement der Reihe war, wurde sie in Atelier Yumia stark vereinfacht und in den Hintergrund gedrängt.
Das Herstellen von Gegenständen macht weiterhin Spaß und bietet sowohl komplexere Optionen als auch eine praktische Auto-Synthese. Besonders gelungen finde ich die Möglichkeit, einfache Synthese unterwegs durchzuführen. Dennoch wünsche ich mir für zukünftige Teile, dass die Alchemie wieder prominenter in den Fokus rückt. In typischer RPG-Manier gibt es einen Fertigkeitsbaum, in dem sich die Synthese-Fähigkeiten, aber auch Skills im Kampf und in der Erkundung ausbauen lassen.
Technischer Zustand auf Nintendo Switch 2
Kommen wir zur technischen Umsetzung der neuen Switch-2-Version. Grundsätzlich bietet Atelier Yumia eine bunte und lebendige Spielwelt, schöne Effekte in den Kämpfen und toll animierte Zwischensequenzen. Wie gut man diese Optik genießen kann, hängt jedoch stark von der Plattform ab, auf der man spielt.
Auf PC, PS5 und Xbox Series lässt sich die Grafikqualität voll auskosten. Die ursprüngliche Nintendo-Switch-Version hingegen litt unter niedriger Auflösung, schlechten Texturen und Performance-Problemen, da das Spiel sein 30-FPS-Ziel meist nicht halten konnte. Mit der Switch 2 hatten Koei Tecmo und Gust nun die Chance, diese Schwächen auszubessern. Doch ist ihnen das gelungen? Nur teilweise.
Die Bildqualität wurde geringfügig verbessert. Figuren wirken schärfer aufgelöst, zudem wurde an der Darstellung von Vegetation gearbeitet und so sieht man im direkten Vergleich nun mehr Gras und Pflanzen. Auch die Ladezeiten sind ein wenig kürzer, insbesondere bei der Schnellreise. Die stärkere Hardware wurde also in einigen Bereichen sinnvoll genutzt.
Enttäuschende Performance bei deutlich stärkerer Hardware
Die Performance hingegen enttäuscht. Es gibt weiterhin keinen Modus, in dem eine konstante Bildrate von 60 FPS erreicht wird, weder im Handheld- noch im Docked-Betrieb. Auch wenn die 60 FPS scheinbar angepeilt und je nach Darstellung auch erreicht werden (z. B. beim Blick in den Himmel), bleibt das Spiel dennoch weitestgehend bei 30 FPS. Während im Performance-Modus die Bildrate weiterhin nicht perfekt ist, ist der Qualitätsmodus mit häufigen, spürbaren Rucklern und Framedrops überhaupt nicht zu empfehlen. Im Handheld-Modus geht die Framerate in einigen Gebieten allerdings auch im Performance-Modus stark in die Knie.
Angesichts der visuellen Qualität vieler anderer Switch-2-Spiele, allen voran Titeln wie Metroid Prime: Beyond 4 oder Mario Kart World, die mit fantastischer Bildqualität und absolut konstanten 60 FPS punkten können, fällt es mir schwer zu glauben, dass ein 60-FPS-Modus in Atelier Yumia nicht möglich sein soll. Insgesamt wirkt der Port dadurch halbherzig umgesetzt, was besonders enttäuscht, da das Upgrade für Besitzer der ursprünglichen Switch-Version kostenpflichtig ist (10 €).
Völlig unspielbar ist das Erlebnis nicht, doch angesichts der enormen Hardware-Differenz zwischen beiden Konsolen bleiben die Verbesserungen hinter den Erwartungen zurück. Ich hoffe sehr, dass Koei Tecmo und Gust den Port noch einmal überarbeiten und weitere Optimierungen nachreichen.
GameShare als Highlight der Switch-2-Version
Ein positiver Aspekt der Switch-2-Version ist die Unterstützung der neuen lokalen GameShare-Funktion der Konsole. Spielt man mit einem weiteren Spieler über GameShare, kann man gemeinsam die Welt von Aladiss erkunden, obwohl nur eine Person das Spiel besitzen muss. Zwei Spieler können in unterschiedlichen Rollen agieren und zwischen Haupt- und Unterstützungsrolle wechseln, während sie kämpfen und die Welt bereisen. Dieses Feature ist hervorragend umgesetzt und bietet einen echten Mehrwert.
























