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NBA 2K14 im Test

NBA-2K14-CoverReleasetermin: 29.11.2013

 

Medientyp: Blu-ray Disc, Download
Genre: Sport
Entwickler: Visual Concepts
Herausgeber: 2K Sports

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Auf der PS3 ist die NBA-Reihe aus dem Hause 2K Sports seit Jahren schon unangefochten auf dem virtuellen Basketball-Thron. Während die diesjährige Ausgabe 2K14 auf den Konsolen der letzten Generation schon vorzügliche Kritiken erhielt, steht nun die Frage im Raum: Wie schlägt sich der Titel auf den neuen Maschinen? Schon einmal vorweg – NBA 2K14 macht eine fantastische Figur. Wir nehmen nun genauer unter die Lupe, was 2K Sports auf der PS4 auf die Beine gestellt hat!

 

Auf dem Spielfeld das selbe? – Das Gameplay

Im Kern betrachtet unterscheidet sich der aktuelle NBA-Titel auf der PS4 nicht allzu sehr von der PS3-Fassung. Worauf es ankommt, meistert das Spiel auf beiden Platformen mit Bravur: Die Simulation eines Basketballspiels. Dennoch wäre es falsch, dem Entwickler einen einfachen Port zu unterstellen. Denn obwohl sich am ohnehin schon grandiosen Gameplay nicht viel geändert hat, wurde der Titel überarbeitet, was an der neuen Ausstattung liegt. Diese macht sich in der Überarbeitung vieler Modi des Spiels bemerkbar. Einige neue Elemente stechen positiv heraus, diverse andere leider aber auch negativ. Kommen wir aber erst einmal zum Geschehen auf dem Feld, denn das ist nicht nur das Wichtigste für ein Basketball-Videospiel, sondern zum Glück auch die größte Stärke von 2K14. Der Titel ist als Simulation angesiedelt, was sich im Gameplay deutlich macht. Am besten kommt es im Wurfsystem zum Vorschein – Timing ist der Schlüssel zum Erfolg. Das Spiel verlangt von uns, ein Gefühl für den Wurf zu entwickeln. Nachzuempfinden, wie der Spieler den Ball zum Abwurf ansetzt, seine volle Sprungkraft zum Einsatz bringt und dann erst, Momente nach Drücken des Knopfes, den Ball auch wirklich in die Luft bringt. Dieses Konzept benötigt einige Spiele zum Eingewöhnen, da der Punkt, an dem der Knopf zum Wurf losgelassen werden muss, nicht pauschal für jeden Wurf gleich gilt. Die Möglichkeit, mit dem rechten Stick die Würfe auszuüben, benötigt noch ein wenig mehr Eingewöhnungszeit. Erst einmal damit abgefunden, ist die Kontrolle über den Ball aber noch intuitiver und direkter. Aber auch Freunde von Arcade-Steuerung werden nicht im Stich gelassen. Es gibt die Option, das Gelingen eines Wurfes von der Stärke des Spielers abhängig zu machen, also nicht mehr auf Timing vertrauen zu müssen. Verschiedene Einstellungen können das Spielgeschehen deutlich zugänglicher machen. Es freut uns, dass 2K Sports an alle Zielgruppen gedacht hat. Was man trotz Arcade-lastigeren Kontrolle nicht vergessen darf, ist die Tatsache, dass NBA 2K14 im Kern eine Simulation ist und bleibt. Das Dribbling ist realitätsgetreu gestaltet und erlaubt keine den Gesetzen der Natur trotzenden Tricks, genauso wenig springen die Spieler bei einem Dunk höher, als sie es auch im echten Leben tun würden. Das Spiel ist durch und durch Simulation. Genau aus diesem Grund empfehlen wir jedem, den Steuerungsvorgaben von 2K eine Chance zu geben und sich in den etlichen Tutorials an diese zu gewöhnen. Denn wer die durchaus komplexen Manöver erst einmal im Blut hat, wird sich den virtuellen Sportprofis ein ganzes Stück näher fühlen. Das Gameplay bietet wirklich alles, was man sich von einem Titel des Basketball-Sports erhoffen kann. Neu in 2K14 sind auch zusätzlich schaltbare Anzeigen, durch die Spielerwechsel und Taktikänderungen durchzuführen sind, ohne ins eigentliche Menü zu wechseln. Das stärkt den Spielfluß, da einfache Auswechslungen in Sekundenschnelle über die Bühne gehen. Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass in NBA 2K14 die intensive und schnelle Sportart nahezu in Perfektion simuliert wird. Das Spielgeschehen ist durchaus komplex und fortgeschrittene Manöver sind alles andere als leicht zugänglich. Vereinfachte Steuerungsmöglichkeiten helfen Eintagsfliegen auf dem virtuellen Spielfeld, doch wer langfristiges Spielen plant, wird sich mit den Eigenheiten in der Kontrolle beschäftigen müssen – und nach und nach immer mehr Spaß haben.

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Mach doch mal den Mund auf – Die Spielmodi

Neben der Möglichkeit zu einfachen Begegnungen auf der Schnelle gibt es mehrere Modi, die besonders auf Solo-Spieler abzielen. Während ein Modus von der PS3-Fassung komplett gestrichen wurde (die virtuelle Weiterführung der Karriere von Starspieler LeBron James), haben andere Modi wiederum große Überarbeitungen erlebt. Der MyCareer-Modus zielt darauf ab, eine noch realistischere Karriereentwicklung eines von Grund auf erstellten Spielers abzuliefern. Die Neuerungen lassen sich abseits vom Spielfeld entdecken, denn mittlerweile wird fast jede Aktion, so unwichtig sie auch sein mag, mit einem kleinen Filmchen präsentiert. Der Trainer kommt zu uns nach Hause gefahren und teilt uns mit, dass wir im nächsten Spiel zeigen dürfen, was wir drauf haben… Tolle Sache, aber muss das unbedingt mit einer Videosequenz angekündigt werden? Dieser Umstand steht nicht gerade in einem besseren Licht da, wenn man sich verdeutlicht, dass alle handelnden Personen keine Stimme haben. Eigentlich verständlich, da man kaum jeden einzelnen Trainer oder Spieler der NBA vertonen kann. Dennoch ist es merkwürdig, wenn die virtuellen Sportler den eigenen Spieler verlegen anstarren, teils Minuten lang, während man den ausgeschriebenen Dialog liest. Die Überarbeitung des Karrieremodus wurde an den falschen Stellen angesetzt, denn Realismus hin oder her, viele Ereignisse abseits des Spielfeldes wirken lächerlich. Auch wenn uns die Veränderungen im MyGM-Modus eher ansprechen, scheitern sie am selben Grund wie MyCareer. Um das Leben als General Manager etwas aufzupeppen und den Fokus von der recht trockenen Arbeit in etlichen Menüs ein wenig abzulenken, wird nun mehr Wert auf die Erhaltung der menschlichen Beziehungen gelegt. Eine Diva kann kein Team gebrauchen, doch als GM bekommt man einen solchen Fall des Öfteres aufgetischt. Resultat sind erneut etliche schreckliche, Roboter-ähnliche Konversationen. Wir sind von der Idee überzeugt, dass der Trainer sich zum Beispiel um ein gutes Verhältnis mit dem Besitzer des entsprechendes Teams bemühen muss. Doch die schlechte Dialogmechanik macht die grundsätzlich gute Idee kaputt. Unspielbar werden dadurch weder MyCareer noch MyGM, doch eine spaßige Erweiterung sieht anders aus.

 

Wer spielt besser? – Der Multiplayer

Wer nicht gerne allein spielt, hat natürlich auch die Möglichkeit, gegen menschliche Spieler anzutreten. Das geht sowohl lokal als auch online. Letztere Möglichkeit ist leider von einigen Problemen geplagt, sodass wir in unserer Spielzeit des Öfteren Probleme mit der Spielerstellung hatten. Das reicht von leeren Spielerlobbies bis hin zu abrupten Abbrüchen im Spielaufbau. Wenn man denn einmal auf dem Spielfeld steht, läuft das Online-Spiel ordentlich. 2K Sports arbeitet an den bekannten Problemen , damit wir in Zukunft hoffentlich eine vorzügliche Online-Erfahrung erleben können. Normalen Begegnungen stehen zur Auswahl, doch es hat uns vor allem der The Park-Modus angetan. Hier tritt man in Straßenspielen zu 2 vs. 2, 3 vs. 3 oder 5 vs. 5 an, was eine nette Abwechslung zum regulären Spiel darstellt.

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Optische Granate – Die Grafik und der Sound

Auf der PS3 spielt es sich fast identisch, in den Spielmodi wurde mehr schlecht als recht eingegriffen – warum also zusätzlich noch die PS4-Version kaufen? Der technische Aspekt von NBA 2K14 ist diesbezüglich wohl der größte Kaufgrund. Was 2K hier in einem Launchtitel auf die Beine gestellt hat, ist schlichtweg unglaublich, das solltet ihr durch die Screenshots ebenfalls bereits bemerkt haben. Der Detailgrad ist für ein Sportspiel einfach nur einzigartig und lässt uns jedes Mal aufs neue staunen. Die Körper der Spieler sind so realistisch wie noch nie und besonders die Gesichter sind ihren Vorbildern zum Verwechseln ähnlich. Das trifft jedenfalls auf den Großteil zu, denn während bei Stars wie LeBron James oder Ray Allen jedes Härchen sitzt, haben unbekanntere Spieler einen etwas schwammigeren und emotionsloseren Vertreter spendiert bekommen. Das liegt daran, dass 2K Sports bei den Modelierungsarbeiten umfangreiche Scans von „nur“ rund 80% der spielbaren Profis zur Verfügung hatte. Das wollen wir aber auch nicht allzu sehr kritisieren. Die Animationen verstärken den Eindruck eines nahezu realitätsgetreuen Basketballspiels noch mehr. Die echten Sportler werden sehr genau in ihren Bewegungen erfasst. Wenn ein Spieler einen Wurf ansetzt und ihn in letzter Sekunde ruckartig abbricht, weil er einen freistehenden Mannschaftskameraden entdeckt, sieht das absolut glaubhaft aus. Genauso präzise ist die Kollisionserfassung gelungen. Springt ein Gegenspieler zum Block, weil er den Wurf seines Gegenübers erwartet, aber vom kurzfristigen Abbruch überrascht wird und anschließend mit voller Wucht auf den Spieler fällt, verhalten sich alle Beteiligten realistisch und gehen zu Boden. Das war nur ein Beispiel, denn diese Genauigkeit in der Wiedergabe der Realität macht jede Aktion zum Erlebnis. Auch die Zuschauerränge sind nun vielfältiger. Immer wieder einen Blick wert ist auch die Bank der angreifenden Mannschaft, da dort die ein oder andere witzige Reaktion auf ein Korb aufgefasst werden kann. Bei einem besonders hübsch anzusehenden Dunk springt die halbe Bank auf und jubelt, als wäre das Spiel schon gewonnen. Der berüchtigte „Schwebeball“ gehört der Vergangenheit an, denn in den Vorgängern schien der Basketball des Öfteren nicht an der Hand des Spielers zu kleben, sondern in der Luft zu schweben. Der Ball sieht ebenfalls realistischer denn je aus, doch in der Ballphysik, die sonst fantastisch ist, gibt es diverse Bugs zu vermelden. In seltenen Fällen rollt der Ball sekundenlang auf dem Ring, bis er dann endlich in den Korb fällt. Selbstverständlich sind solche Fälle auch in der Realität möglich, aber die Dauer der virtuellen Vorfälle lässt eher darauf schließen, dass dieses Ballverhalten nicht gewollt ist. Auch kann es vorkommen, dass der Ball, nachdem er die Linie zum Aus überschritten hat, scheinbar ein Eigenleben entwickelt und plötzlich in die Luft schnellt. Ebenfalls kein schwerwiegender Fehler, aber der sonst so makellose Eindruck wird in solchen Momenten getrübt. Wir wollen es mit dem Lob für die Optik der Simulation auch nicht übertreiben, aber es kommt beim Spielen nicht selten vor, dass Unwissende am TV vorbeilaufen und zumindest in den ersten Sekunden denken, dass dort realer Sport gezeigt wird. Auch den akustischen Aspekt wollen wir nicht vergessen, denn das Kommentatorenteam macht einen tollen, erwähnenswerten Job. Die Interviews von Doris Burke mit den wenigen Spielern, die ihrem virtuellen Abbild ihre Stimme für einige Sätze geliehen haben, sind nett anzusehen und anzuhören. Der Soundtrack des Spiels bietet einige hochkarätige Songs von Interpreten wie Kanye West, Eminem, Drake oder auch Imagine Dragons, die sowohl während den Menüs als auch in den Stadien erklingen. Die technischen Elemente hat 2K Sports sichtbar ernst genommen und kann auf voller Linie überzeugen. Kaum vorzustellen, wie die kommenden Teile mit mehr Zeit für Feintuning aussehen werden.

 

Fazit

Die Action auf dem Platz ist so genial, wie wir es von der NBA 2K-Reihe auf der PS3 kennen. Die Simulation ist komplex zu beherrschen, doch wer sich mit den Tutorials im Spiel beschäftigt, wird den schönsten virtuellen Basketball seines Lebens spielen. Das Erstaunliche an 2K14 auf der PS4 ist die Tatsache, dass die Optik das Spiel fast als ganz neues Erlebnis dastehen lässt, obwohl das Gameplay nahezu identisch mit dem PS3-Ableger ist. Butterweiche Animationen und realitätsgetreue Gesichter sind nicht nur ein Augenschmaus, sie heben den Titel auf eine ganz neue Ebene – willkommen in der „Next Generation“. Obwohl das Spiel in vielen Bereichen alles richtig macht, ist es noch nicht bei der Perfektion angelangt. Die Verschlimmbesserungen in den Modi MyCareer und MyGM trüben den Spielspaß und auch online läuft es noch nicht so rund, wie man sich das heutzutage vorstellen darf. Wer allerdings auch nur ansatzweise etwas mit der Sportart anfangen kann, sollte schleunigst in den nächstbesten Laden rennen.

 

Positiv-Icon Überragendes Spielgeschehen

Positiv-Icon Hilfreiche Tutorials zum Erlernen der Steuerung

Positiv-Icon Fantastische Optik

Positiv-Icon Tolle Kommentatoren und stimmiger Soundtrack

Positiv-Icon Mehrere umfangreiche Spielmodi…

Negativ-Icon …die Verschlimmbesserungen hinnehmen mussten

Negativ-Icon Online-Modus nicht fehlerfrei

Dominik
Dominik
Hey Leute, ich bin der Dominik und leidenschaftlicher Zocker. Egal ob PC, Konsole, Handhelds oder VR, solo oder multiplayer - ich interessiere mich für die volle Bandbreite, die die Gaming-Welt zu bieten hat. Lieblingsgenres habe ich dennoch: Rennspiele, Action/Adventures, JRPGs und Visual Novels.
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