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Releasedatum: 24.09.2026

Medientyp: Download
Genre: JRPG, Visual Novel
Entwickler: UnitePlus
Herausgeber: Arc System Works

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Mit Qliphah in Providence’s Shadow ist ein neues Spiel von Entwickler UnitePlus und Publisher Arc System Works erschienen, das eine Visual Novel mit ungewöhnlichen Taktik-Elementen im Rollenspiel-Genre paart. Das Abenteuer versetzt Spielende in ein düsteres Tokio, das von übernatürlichen Anomalien heimgesucht wird. In einer Kampagne, die rund 10 bis 15 Stunden umfasst, stehen Ermittlungen, lange Dialoge und ein besonderes Kampfsystem im Mittelpunkt. Ob mich diese Mischung überzeugen konnte, erfahrt ihr in meinem Test.

Anomalien suchen Tokio heim

Im Zentrum der Geschichte steht Rena Hizuki, Mitglied des “Public Anomaly Squad”. Als eine Art Ermittlerin der Polizeibehörde bekämpft sie sogenannte Aberrations. Diese Anomalien sind Menschen, die unter Einfluss der mysteriösen Droge „Tiny True“ zu monströsen Kreaturen wurden und nun die Stadt bedrohen. Während eines Einsatzes stößt sie in einem verseuchten Gebiet auf den bewusstlosen Kurier Soma Hoshigami. Schnell stellt sich heraus, dass Soma ebenfalls in Kontakt mit Tiny True gekommen hat. Obwohl bei ihm derselbe Prozess eingesetzt hat, der Menschen normalerweise in die Anomalien verwandelt, bleibt Soma bei vollem Bewusstsein. Er bleibt menschlich, kann die Kräfte der Kreaturen jedoch für sich nutzen und wird dadurch zu einer wertvollen Waffe im Kampf gegen die Aberrations.

Die Handlung wird überwiegend im Stil einer Visual Novel erzählt. Tokio wird dabei als Karte mit verschiedenen Orten dargestellt, die je nach Kapitel und Mission angewählt werden können. Über ein von sozialen Netzwerken inspiriertem System tauchen Meldungen über neue Sichtungen von Anomalien auf, die Hinweise auf die nächsten Ermittlungen liefern. Allzu große Freiheit sollte man dabei allerdings nicht erwarten. Zwar können verschiedene Orte angewählt werden, die jeweiligen Missionen geben jedoch meist recht eindeutig vor, welcher Schauplatz als nächstes besucht werden muss. Wird ein relevanter Ort erreicht, startet ein weiterer Dialog, der die Handlung vorantreibt.

Spannende Prämisse mit ungenutztem Potenzial

Inhaltlich konnte mich Qliphah in Providence’s Shadow zunächst durchaus fesseln. Die Mischung aus Horrorvibes, einem futuristischen Setting und urbanem Schauplatz im Herzen Tokios erzeugt eine interessante Atmosphäre. Besonders die mysteriöse Sekte, die früh als Partei enthüllt wird, die im Hintergrund die Fäden zu ziehen scheint, sorgte dafür, dass ich wissen wollte, wie sich die Geschichte weiterentwickelt.

Gleichzeitig hatte ich jedoch das Gefühl, dass das Spiel viele seiner Ideen nicht vollständig ausspielt. Immer wieder werden interessante Konzepte vorgestellt, doch sie wirken häufig nicht in eine kohärente Erzählung eingebaut. Nicht selten gibt es Monologe, die als “Lore-Dump” wichtige Hintergrundinformationen zur Spielwelt liefern, aber zu künstlich aufgebaut wirken. Zwar bleibt die Handlung durchaus unterhaltsam, doch am Ende war für mich die Bilanz, dass sich viele Gespräche zu lange zogen, wirkliche Überraschungen ausbleiben und die Figuren nicht vollständig ausgeschöpft werden. Hinzu kommen einige typische Anime-Klischees, die nicht jedem gefallen dürften und für mich teils die düstere Atmosphäre störten.

Eigenwilliges Kampfsystem mit gutem Ansatz

Am meisten hebt sich Qliphah in Providence’s Shadow durch sein ungewöhnliches Kampfsystem von anderen Genrevertretern ab. Kämpfe laufen grundsätzlich in Echtzeit ab, geben den Spielenden aber ausreichend Zeit, auf gegnerische Aktionen zu reagieren. Der Kern des Systems dreht sich um Kontermanöver. Greift ein Gegner an, erscheint ein Kreis, der sich auf einen größeren Ring zubewegt. Wird im richtigen Moment die passende Farb-Manöver gedrückt, kann der Angriff gekontert werden. Verpasst man das Timing, lässt sich mit einem Ausweichmanöver eine weitere Möglichkeit schaffen. Werden mehrere Angriffe erfolgreich abgewehrt, gerät der Gegner schließlich ins Taumeln und kann mit stärkeren Angriffen bestraft werden. Gekämpft wird mit Rena und Soma, zwischen denen jederzeit gewechselt werden kann.

So interessant die Grundidee des Kampfsystems auch ist, nach einigen Stunden zeigten sich für mich deutliche Schwächen. Die verschiedenen Fähigkeiten und Angriffe sorgen zunächst noch für etwas Abwechslung, letztlich laufen die meisten Kämpfe jedoch auf dieselbe Routine hinaus. Gegnerische Angriffe werden gekontert, Gegner ins Taumeln gebracht und anschließend mit den verfügbaren Fähigkeiten bearbeitet. Zu Beginn funktioniert dieses Konzept erstaunlich gut und einige Bosskämpfe konnten mich durchaus unterhalten. Auch die Rush-Leiste, die eine aggressive Spielweise ermutigt, stellt eine gute Komponente dar. Mit zunehmender Spielzeit machte sich jedoch eine gewisse Monotonie in den Kämpfen bemerkbar. Insbesondere die zahlreichen Begegnungen mit gewöhnlichen Gegnergruppen laugten mich nach einer Weile aus, da sie sich weitgehend gleich abspielen.

Hinzu kommt, dass die Charakterentwicklung nur begrenzte Auswirkungen auf das eigentliche Kampfgeschehen hat. Zwar werden regelmäßig Erfahrungspunkte, Fertigkeiten und Verbesserungen freigeschaltet, viele davon erhöhen jedoch lediglich Lebenspunkte oder Schadenswerte. Unterschiedliche Talente bringen ein wenig mehr Abwechslung ins Spiel. Doch auch diese Upgrades schaffen es nicht, dem Kampfsystem nennenswerte Vielfalt einzuhauchen.

Gelungene Anime-Atmosphäre mit kleinen Abstrichen

Visuell setzt das Spiel überwiegend auf statische Illustrationen. Nur gelegentlich kommen klassische Zwischensequenzen mit 3D-Modellen und Kamerafahrten zum Einsatz. Die gezeichneten Charakterporträts im Stile einer Visual Novel haben mir gut gefallen. Weniger gelungen empfand ich die Hintergründe. Diese sind oft recht schlicht gestaltet und werden im Verlauf des Abenteuers regelmäßig wiederverwendet.

Positiv hervorheben möchte ich hingegen den Soundtrack. Die musikalische Untermalung passt hervorragend zur Mischung aus Mystery, Horror und Science-Fiction und unterstützt die Stimmung in den verschiedenen Abschnitten des Spiels gekonnt.

Überblick der Rezensionen
Story. Charaktere und World Building
6
Spielmechaniken und Spaßfaktor
6.5
Umfang und Abwechslung
6
Grafik und Sound
7
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Dominik
Hey Leute, ich bin der Dominik und leidenschaftlicher Zocker. Egal ob PC, Konsole, Handhelds oder VR, solo oder multiplayer - ich interessiere mich für die volle Bandbreite, die die Gaming-Welt zu bieten hat. Lieblingsgenres habe ich dennoch: Rennspiele, Action/Adventures, JRPGs und Visual Novels.
qliphah-in-providences-shadow-im-testQliphah in Providence’s Shadow zeichnet sich durch viele interessante Ansätze aus. Das düstere Tokio mit Sci-Fi- und Horroreinwirkungen sowie die Geschichte rund um Rena, Soma und die rätselhaften Aberrations konnten mich in den ersten Spielstunden durchaus fesseln. Auch das ungewöhnliche Kampfsystem hebt sich mit seinem Konterfokus angenehm von klassischen JRPGs ab und hat einige unterhaltsame Aspekte auf Lager. Zudem sehen die gezeichneten Figuren echt cool aus. <p></p> Mit zunehmender Spielzeit zeigt sich mir jedoch, dass das Spiel Potenzial liegen lässt. Die Handlung wirft spannende Konzepte in den Raum, feilt diese aber oft nicht völlig aus. Mit “Lore-Dump”-Segmenten wirken die Konversationen häufig auch nicht authentisch, sondern konstruiert. Gleichzeitig nutzt sich das Kampfsystem aufgrund seiner begrenzten Gegnervielfalt spürbar ab und auch das Progressionssystem schafft es nicht, den Kämpfen regelmäßig neue Impulse zu verleihen. Am Ende steht ein durchaus unterhaltsames Rollenspiel mit einer starken Atmosphäre und einigen kreativen Ideen, dem es jedoch an erzählerischer und spielerischer Tiefe fehlt, um einen wirklich bleibenden Eindruck zu hinterlassen.