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Releasedatum: 10.09.2026 (Early Access)

Medientyp: Download
Genre: Online-First-Person-Shooter
Entwickler: Bulkhead
Herausgeber: Team17

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Der Online-Shooter Wardogs hat schon in einer frühen Early-Access-Version Wellen im Genre geschlagen. Das Team von Bulkhead verfolgt einen ambitionierten Ansatz für den PC-Shooter: 100 Spieler treffen auf riesigen Karten aufeinander, kämpfen um Präsenz in bestimmten Zonen und nutzen Fahrzeuge sowie Helikopter, während ein Fortschrittssystem für langfristige Motivation sorgt. Auch wenn der vollständige Release erst für 2028 geplant ist, wollte ich mir einen Eindruck vom aktuellen Zustand des Early-Access-Titels verschaffen.

Early Access liefert Grundgerüst mit erstem Modus

Bereits beim ersten Start wird deutlich, dass Wardogs noch lange nicht fertig ist. Die Menüs fallen überschaubar aus. Neben einem Tutorial und einem Schießstand, die insbesondere Neueinsteigern empfohlen werden, stehen aktuell vor allem Menüs für Ausrüstung, Fortschritt und die Matchsuche zur Verfügung. Verwinkelte Menüs und irgendwelche Ablenkungen sucht man derzeit vergeblich. Die Hauptattraktion ist der Start eines neuen Matches, wahlweise kann klassisches Matchmaking genutzt oder einer benutzerdefinierten Lobby beigetreten werden.

Auch bei den Spielmodi hält sich Wardogs momentan noch zurück. Derzeit gibt es lediglich einen einzigen Modus. Überraschenderweise hatte ich dennoch nie das Gefühl, ständig dieselbe Runde zu spielen, da sich die einzelnen Partien erstaunlich unterschiedlich entwickeln können.

Drei Fraktionen sorgen für unberechenbare Gefechte

Einen großen Anteil daran haben die gewaltigen Karten und die ungewöhnliche Struktur der Kämpfe. Statt lediglich zwei Teams gegeneinander antreten zu lassen, schickt Wardogs gleich drei Fraktionen gleichzeitig ins Rennen: Manticore, Lonestar und Valkyra. Dadurch verändert sich der Ablauf der Schlachten dynamisch. Gekämpft wird je auf einer von drei riesigen Karten, deren Kontrollzonen bei jedem Match an anderen Stellen erscheinen können. Dadurch entstehen immer wieder neue Schwerpunkte auf dem Schlachtfeld. Selbst nach mehreren Runden hatte ich das Gefühl, längst noch nicht jeden Winkel der Karten gesehen zu haben.

Vorbereitung und Teamwork mit elementar wichtiger Rolle

Nach der Wahl einer Fraktion startet jeder Spieler zunächst in einem sicheren Vorbereitungsbereich. In der “Safe Zone” wird mit erspielter Währung neue Ausrüstung gekauft. Von Schutzwesten über Helme und Rucksäcke bis hin zu Waffen, Munition und Aufsätzen steht eine breite Auswahl bereit. Zusätzlich lassen sich Fahrzeuge bestellen oder bereitstehende Transport- und Kampfvehikel nutzen. Nach jedem Tod beginnt dieser Prozess von vorne. Aus der Startzone geht es entweder zu Fuß, mit Fahrzeugen oder über das Spawn-System zurück an die Front. Platzieren Mitspielende ein Fahrzeug als mobilen Spawnpunkt innerhalb der Kontrollzone, können Teamkameraden direkt dort ins Geschehen einsteigen. Nach einer Nutzung greift allerdings eine recht lange Abklingzeit, die ein ständiges Respawnen verhindert.

Gerade in den ersten Stunden fiel mir auf, wie stark das Geschehen von Zusammenarbeit zwischen den Fraktionszugehörigen profitiert. Wer allein unterwegs ist und seinen Spawn mal wieder verbraucht hat, muss mitunter längere Strecken bis zum eigentlichen Kampfgebiet zurücklegen. Eine einsame Quad-Fahrt über mehrere Minuten kann dabei durchaus etwas eintönig und gar langweilig ausfallen. Ganz anders sieht es aus, wenn man gemeinsam mit anderen Spielern unterwegs ist. Helikoptertransporte oder große Transportfahrzeuge sorgen nicht nur für schnellere Reisen ans Ziel. Trifft man unterwegs auf Feinde, ist zusätzliche Unterstützung schließlich auch nie verkehrt.

Viele Wege führen zum Erfolg

Sobald die Kontrollzone erreicht wird, nimmt das Chaos Fahrt auf. In den umkämpften Bereichen treffen regelmäßig alle drei Fraktionen aufeinander. Die Fraktion, die in einem bestimmten Rhythmus die meisten Kämpfer in der Zone hat, erzielt einen Punkt. Zusätzlich erscheint eine kleinere, bewegliche “Hot Zone”, deren Kontrolle die Fortschrittspunkte für das eigene Team schneller in die Höhe schießen lässt und die Action noch stärker ballt. Gewonnen hat die Fraktion, die zuerst 100 Punkte erreicht hat. Wer auf intensive Gefechte aus ist, kommt hier an der Front voll auf seine Kosten. In meinen spannendsten Runden waren die Fraktionen ebenbürtig, was dazu führte, dass eine Runde gerne mal über eine Stunde dauern kann.

Mir gefällt sehr gut, dass Wardogs verschiedene Spielstile zulässt. Nicht jeder muss als Frontkämpfer unterwegs sein, um eine erfolgreiche Runde zu erleben. Spielende können sich auch dem Transport von Truppen widmen, als Sanitäter verwundete Kameraden versorgen, Fahrzeuge mit einem Schraubenschlüssel reparieren oder andere unterstützende Aufgaben übernehmen. Geld wird nicht ausschließlich durch Abschüsse verdient. Das Hacken von Türmen oder Errichten der Forward Operating Base tragen ebenfalls zum positiven Kontostand bei. Dadurch fühlt sich nahezu jede Aktivität sinnvoll an und auch Spielende, die weniger Wert auf reine Kill-Statistiken legen, können einen wichtigen Beitrag zum Erfolg ihrer Fraktion leisten.

Ich habe besonders Gefallen an der Rolle des Sanitäters gefunden. Da ich auch zusätzliches Geld erhalte, wenn meine wiederbelebten Kameraden erfolgreiche Manöver ausführen, häuft sich gerne mal eine hübsche Summe an, wenn ich mit einer Atemmaske oder einem Defibrillator unterwegs bin. Ebenfalls nett ist die Idee, ein “Trinkgeld” vergeben zu können. Möchte man sich für eine Heilung oder einen hilfreichen Transport bedanken, kann man in gewissen Momenten seinen Mitspielern ein paar virtuelle Dollar in die Tasche stecken. Dadurch entsteht auf dem Schlachtfeld auch ohne Kommunikation regelmäßig der Ausdruck von Dankbarkeit für gewisse Aktionen, was mir immer ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann.

Irgendwo zwischen Call of Duty und Arma

Spielerisch hinterließ Wardogs bei mir zunächst einen härteren Eindruck als erwartet. Die “Time to Kill” fällt kurz aus, man ist also noch ganz wenigen Kugeltreffern tot. Das Anvisieren über Zielfernrohre besitzt eine kleine Verzögerung und das Gewicht der Ausrüstung beeinflusst spürbar die Beweglichkeit. Steigt man aus einem fahrenden Fahrzeug aus, nimmt man Schaden oder ist bei zu hoher Geschwindigkeit gar tot.

Hinzu kommt, dass Fahrzeuge und insbesondere Helikopter alles andere als anfängerfreundlich in ihrer Physik gestaltet sind. In meinen ersten Fahrten landete ich regelmäßig in Bäumen, während meine Premiere als Pilot in einer Katastrophe endete und ein ganzes Trupp – nämlich mein eigenes – durch einen Absturz auslöschte. Ein Tanksystem gibt es übrigens auch. Spielende müssen demnach darauf achten, dass der Tank ihres Gefährts nicht im falschen Moment leer wird. Die Tatsache, dass das virtuelle Geld mit Ausgaben für neues Equipment nach jedem Tod erneut aufs Spiel gesetzt wird und man mit einer Pechsträhne alles verliert, kann ebenfalls abschreckend sein.

Mit zunehmender Spielzeit zeigte sich mir allerdings ein anderes Bild. Nach einigen Stunden fühlten sich die Mechaniken deutlich intuitiver an, als ich ursprünglich angenommen hatte. Ich gewöhnte mich an die kurze Time-to-Kill und verstand die Eigenheiten der Fahrzeuge immer mehr. Mit einer richtig guten Runde hat man zudem wieder ausreichend Geld in die Kasse gespült, um die nächsten Versuche vollständig zu finanzieren. Dadurch positioniert sich Wardogs an einer spannenden Stelle zwischen sehr zugänglichen, rasanten Shootern wie Call of Duty und der kompromisslosen, entschleunigten Militärsimulation wie Arma.

Die Waffen besitzen ein angenehmes Gewicht und vermitteln ein gutes Hit-Feedback. Gleichzeitig sorgt die stetige Freischaltung neuer Ausrüstung für eine motivierende Lernkurve und immer größere Möglichkeiten auf dem Schlachtfeld. Mit einem seichten Base-Building-System, mit dem sich beispielsweise Schutzmauern aufbauen lassen, hat Wardogs eine weitere Komponente, die das Spiel besonders macht.

Da ich mitten in einer laufenden Saison eingestiegen bin, hatte ich allerdings stellenweise das Gefühl, hinsichtlich meiner Ausrüstung leicht im Nachteil zu sein. Einige besonders mächtige Fahrzeuge wie Panzer oder Kampfhubschrauber konnte ich als Spieler mit niedrigem Level noch nicht selbst einsetzen. Weiterhin möchte ich als Beispiel auch noch das Thermalfernglas anführen, das sehr mächtig für das Schaffen einer Übersicht auf dem Schlachtfeld wirkt, aber sich erst mit großem Zeitinvestment freischalten lässt. Veteranen, die bereits viele Stunden investiert haben, verfügen hier naturgemäß über gewisse Vorteile im Spielgeschehen. Dank der verschiedenen Rollen, die allesamt Cash abwerfen, und spezieller Lobbys für niedrigere Stufen hielt sich dieser Frust bei mir aber in Grenzen.

Saison 2 soll erste Baustellen angehen

Besonders gespannt bin ich auf den Start von Saison 2 Mitte Oktober. Mit Beginn der neuen Saison werden sämtliche Spieler ihren Fortschritt verlieren und wieder auf einem vergleichbaren Ausgangsniveau starten. Das dürfte auf dem Papier für ausgeglichenere Gefechte sorgen. Gleichzeitig stehen erste größere Anpassungen am Balancing bevor.

Aktuell wirkt vor allem das Kräfteverhältnis zwischen den drei Fraktionen nicht optimal. Während meiner Spielzeit offenbarte sich insbesondere das Lonestar-Team regelmäßig im Nachteil. Nach etwas Recherche stellte ich fest, dass diese Wahrnehmung offenbar auch in der Community verbreitet ist. Die Startpositionen der blauen Fraktion haben den Ruf, die schlechtesten Positionen zu bieten, wodurch längere Anfahrtswege in die Kontrollzone entstehen. Entsprechend konnte ich mehrfach beobachten, dass Spieler die Lonestar-Fraktion bewusst meiden oder Partien frühzeitig verließen. Auch, dass die Fraktion in einer laufenden Partie ohne wirkliche Strafe gewechselt werden kann, was den Ausgang einer Runde häufig ändert, gefällt mir nicht. Bulkhead hat diese Probleme mittlerweile offiziell anerkannt und Anpassungen angekündigt, die mit Saison 2 umgesetzt werden sollen. Weitere Änderungen betreffen:

  • das Wirtschaftssystem: manche Waffen oder Vehikel haben sich als entweder zu günstig oder zu teuer erwiesen, sodass hier ein Balancing der Preise ansteht.
  • vier frische Waffen samt neuen Aufsätzen sowie weitere Fahrzeuge und erweitere Baumöglichkeiten finden ihren Weg ins Spiel.
  • ein neues Regen-Preset soll Auswirkungen auf die Sichtbarkeit oder auch die Wahrnehmung von Geräuschen haben.
  • ein experimentelles Wettsystem wird probeweise eingeführt, in dem man sein hart verdientes Geld aufs Spiel setzen kann und sich selbst zusätzliche Aufgaben aufbürdet, die bei Erfüllung zusätzliches Cash einbringen.

Die offiziellen Patch Notes mit Screenshots zum regnerischen Wetter lassen sich über Steam nachlesen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie stark sich diese Neuerungen und Anpassungen auf die Dynamik der Matches auswirken werden.

Solide Technik und hervorragender Sound

Grafisch hinterließ Wardogs einen positiven Eindruck. Die weitläufigen Karten vermitteln erfolgreich das Gefühl großer Schlachtfelder und sorgen immer wieder für eindrucksvolle Panoramaansichten. Vor allem die Beleuchtung erzeugt stellenweise wirklich schöne Szenen. Die Waffenmodelle sind detailliert gestaltet und auch die native Unterstützung von Ultrawide-Auflösungen gefiel mir gut. Zwar treten im Format 32:9 aktuell noch kleinere Darstellungsfehler in den Menüs auf, grundsätzlich funktioniert die Unterstützung aber bereits sehr gut im Gameplay. Das Shop-Menü empfand ich persönlich als wenig intuitiv und daher hoffe ich, dass diese Benutzerfläche visuell wie funktional noch überarbeitet wird. Für ein Early-Access-Spiel, das sich noch mehrere Jahre in Entwicklung befinden wird, fällt die Präsentation absolut solide aus. Auch über die gebotene Performance kann ich mich nicht beschweren. Abstürze oder verheerende Bugs sind mir ebenfalls nicht untergekommen.

Richtig beeindruckt hat mich die Soundkulisse. Besonders die räumliche Ortung über Stereo-Kopfhörer ist hervorragend gelungen. Schritte, Motorengeräusche und Schüsse lassen sich erstaunlich präzise verorten. Gleichzeitig besitzen Waffen und Explosionen ordentlich Wucht. Manche Schüsse sorgten sogar für den einen oder anderen kleinen Schreckmoment, wenn plötzlich unmittelbar in der Nähe das Feuer eröffnet wurde.

Vorläufiges Fazit

Nach einigen Stunden mit Wardogs bin ich absolut angefixt. Das Spielprinzip rund um riesige Kartenabschnitte, auf denen 100 Online-Spieler in drei Fraktionen aufgeteilt Zonen belagern, sorgt regelmäßig für unvorhersehbare Gefechte. Besonders gefällt mir, dass nicht ausschließlich Abschüsse belohnt werden und unterstützende Rollen ebenfalls einen wichtigen Beitrag zum Erfolg leisten können. Als Sanitäter profitiere ich davon, wenn meine geheilten Kameraden Abschüsse erzielen und erhalte sogar noch Trinkgeld, wenn sie sich für meine Dienste bedanken möchten. Das macht mir das Spielen dieser Rolle deutlich schmackhafter als in vielen anderen Online-Shootern. Es gab nicht wenige Runden, in denen ich ausschließlich Punkte durch meine Sani-Pflichten und dem Besetzen der Control- und Hot-Zone einstreichen konnte – und trotzdem bestens unterhalten war.

Gleichzeitig merkt man dem Titel seinen Early-Access-Status noch deutlich an. Es gibt aktuell nur einen Spielmodus, das Balancing zwischen den Fraktionen benötigt Feinschliff, Neueinsteiger sehen gegen Veteranen durch ein langsames Fortschrittssystem in vielen Aspekten kein Land und auch die Benutzeroberfläche und Menüführung ist nicht ganz so intuitiv, wie ich mir das wünschen würde. Dennoch hat das bisher gebotene Fundament einen vielversprechenden Eindruck bei mir hinterlassen. Mit dem Start von Saison 2 und den angekündigten Anpassungen steht für Wardogs nun ein wichtiger nächster Schritt an, den ich mit Spannung verfolgen werde.