Während ich den ersten Stuntman-Teil aus 2002 nie gespielt habe, verbrachte ich auf der PS3 viel Zeit mit Stuntman: Ignition. Daher freute ich mich, als Saber Interactive im Juni diesen Jahres Stuntman: Hollywood ankündigte. Auf der Gamescom 2026 hatte ich die Möglichkeit, den actionreichen Titel bereits auszuprobieren.
Wie schon in den früheren Spielen werden in Stuntman: Hollywood nicht einfach Rennen gefahren, sondern Filmszenen nachgestellt, in denen Spielende ein Fahrzeug als zentrales Werkzeug für spektakuläre Stunts steuern. Die Demo bot mehrere kurze Sequenzen, die jeweils eine eigene filmische Vorlage interpretieren. Denn neu in diesem Ableger ist, dass nicht nur für das Spiel erdachte Filmszenen gemeistert werden müssen. Stattdessen werden bekannte Szenen aus dem Hollywood-Kosmos nachgestellt. Eine Mission orientierte sich beispielsweise an 2 Fast 2 Furious und endete damit, dass mein Wagen über eine Rampe direkt auf ein Yachtdeck im Wasser sprang. Eine andere Szene spielte mit Referenzen auf Jurassic World: Auf einem Motorrad geht es durch eine tropische Umgebung, in der holografische Dinosaurier neben dem Motorrad her trotten. Den krönenden Abschluss stellte ein Rückwärtssalto über einen besonders großen Dino dar.
Der Ablauf einer Szene hat dabei klare Vorgaben, die es zu erfüllen gilt. Stuntman: Hollywood reiht Aufgaben aneinander, die im Sekundentakt abgearbeitet werden müssen. Mal wird ein Drift gefordert, mal soll ein Hindernis so knapp wie möglich passiert werden, ohne es zu berühren. Dann gilt es, für einen Abschnitt eine bestimmte Geschwindigkeit zu halten oder Kisten und Wracks zu rammen, ohne komplett das Momentum zu verlieren. Je präziser dieser Aufgaben absolviert werden, desto höher fällt die Sternenausbeute am Ende eines Levels aus. Die Abfolge an Stunts kann anfangs überfordern, da durch die ständigen Instruktionen kaum Luft zum Atmen bleibt. Die Benutzeroberfläche half mir jedoch gut dabei, die geforderten Ziele rechtzeitig zu erkennen. Ebenfalls als sehr hilfreich erwiesen sich mir die Anweisungen des fiktiven Regisseurs, der jede Aufgabe vorab ankündigte. Das erinnerte mich an Rallye‑Spiele, in denen ein Co‑Pilot bevorstehende Kurven und Bodenwellen ansagt.
In den wenigen Szenen, die ich spielen konnte, nahm die Komplexität spürbar zu. Stuntketten wurden länger und länger, sodass ein grober Fehler zu einem späten Zeitpunkt im Level sehr ärgerlich wird. Zwar lassen sich Szenen neu drehen oder von Checkpoints aus erneut starten. Doch wie mir ein Entwickler erklärte, soll das “Reshoot”‑System nicht beliebig oft hintereinander genutzt werden können. Ein gewisser Anspruch bleibt also bestehen. Mit über 60 geplanten Kursen stellt sich mir die Frage, wie viele verschiedene Stunts es geben wird, wie abwechslungsreich diese später kombiniert werden und ob die Motivation über längere Zeit erhalten bleibt. In der Demo war das für mich definitiv der Fall. Sobald ein Drift nicht perfekt saß oder ich ein Slalom-Manöver vergeigte, verspürte ich sofort den Drang, die Szene erneut zu starten.
Die Fahrzeuge, die ich ausprobieren konnte, hinterließen einen grundsätzlich positiven Eindruck. Die Autos vermittelten ein glaubwürdiges Gewicht auf der Strecke, steuerten sich gleichzeitig aber direkt und zuverlässig. Das Geschwindigkeitsgefühl war gut und es dauerte nur wenige Anläufe, bis ich mich mit dem Fahrverhalten vertraut fühlte. Trotz mehrerer unterschiedlicher Autos war das grundlegende Gefühl am virtuellen Steuer jedoch recht ähnlich. Wirkliche Unterschiede im Fahrverhalten sind mir in den ausprobierten Boliden nicht wirklich aufgefallen. Für die finale Version hoffe ich daher auf klare Unterschiede im Fahrverhalten, die eine gewisse Eingewöhnungszeit erfordern und somit zur Herausforderung beitragen. Das Motorrad, das ich in der Dinosaurier‑Sequenz steuern konnte, fühlte sich hingegen deutlich anders im Handling an. Neben dem Rückwärtssalto bot es mir sogar einen weiteren neuen Stunt, bei dem der Fahrer über den Boden rutscht.
Optisch wirkte die Demo solide. Die Grafik präsentierte sich mir modern und scharf, ohne ein bahnbrechendes Grafikfeuerwerk zu liefern. Gut gefallen hat mir die farbenfrohe Gestaltung mancher Schauplätze. So auch ein tropisch angehauchter Abschnitt, der offensichtlich an das Miami‑Setting von 2 Fast 2 Furious angelehnt war. Akustisch gab es ebenfalls charmante Details. In der Jurassic World-Hommage lief Musik, die stark an das bekannte Thema der Filmreihe erinnerte. Mit bereits bestätigten Szenen aus Knight Rider, Zurück in die Zukunft oder Death Race macht das Spiel seinem Untertitel „Hollywood“ jedenfalls alle Ehre.
Vorläufiger Eindruck
Wer wie ich in Spielen wie der Tony Hawk-Reihe gerne Bestwertungen jagt, könnte in Stuntman: Hollywood ein süchtigmachendes Racing-Erlebnis finden, das kaum Zeit zum Atmen lässt. Mit spaßigen Stunts, klaren Regieanweisungen, einer präzisen Steuerung und jeder Menge bekannter Referenzen aus Hollywood hat mich die Demo jedenfalls sofort in ihren Bann ziehen können. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, wie stark sich die Fahrzeuge später voneinander unterscheiden und ob die Vielzahl an geplanten Kursen langfristig genug Abwechslung bietet. Ich bin jedenfalls angefixt und freue mich darauf, hoffentlich schon bald mehr von Stuntman: Hollywood zu sehen.







