Releasedatum: 11.06.2026
Medientyp: Download
Genre: Farming- und Lebenssimulation, Action-Adventure
Entwickler: ACE Entertainment
Herausgeber: Fireshine Games
Tales of Seikyu ist ein Passionsprojekt des Entwicklerstudios ACE Entertainment rund um gemütliche Farming-Mechaniken, das mit Hilfe von Crowdfunding entstand. Auf eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne Anfang 2024 folgte eine erste öffentliche Testversion und anschließend eine Demo im Rahmen des Steam Next Fest. Im Mai 2025 veröffentlichte ACE das Spiel gemeinsam mit Publisher Fireshine Games als Early-Access-Titel und sammelte fleißig Feedback, das über Monate hinweg ins Spiel eingearbeitet wurde. Nun kam Tales of Seikyu endlich in der 1.0-Version heraus, was ich zum Grund nahm, mir das “fertige” Spiel genauer anzuschauen.
Ein mysteriöses Zuhause voller Yokai
Tales of Seikyu beginnt mit einer Reise zurück zu den eigenen Wurzeln: Der gespielte Charakter ist gemeinsam mit der Schwester Kon unterwegs zur Insel Seikyu, die historisch als Heimat zahlreicher “Yokai” gilt. Besonders die Fuchs‑Yokai spielten dort eine wichtige Rolle, doch ausgerechnet sie sind vollständig verschwunden. Die Spielerfigur und Kon sind die ersten Fuchs‑Yokai, die seit langer Zeit wieder auf der Insel auftauchen. Die Geschichte dreht sich darum, herauszufinden, was mit den Eltern der Protagonisten geschehen ist und weshalb die anderen Fuchs‑Yokai verschwunden sind.
Die Handlung ist charmant und erfüllt ihren Zweck als gemütlicher Rahmen für das eigentliche Spielgeschehen. Spieler erhalten ein Starterhaus und treffen auf unterschiedlichste „Bewohner“, deren Persönlichkeiten oft von ihrer Yokai‑Herkunft geprägt sind. Viele Figuren sind interessant und besitzen individuelle Eigenheiten, doch einige wirken recht generisch und bieten keine besonders spannenden Gespräche. Insgesamt dient die mysteriöse Ausgangslage als netter Aufhänger und die gemütlichen Interaktionen mit den NPCs passen hervorragend zum Gameplay. Doch für mich war die Story vor allem ein Mittel zum Zweck, um das eigentliche Spielgeschehen zu tragen.
Eine Farm, die immer weiter wächst
Zu Beginn erstellen Spielende einen Charakter in einem einfachen Editor, in dem das Geschlecht, Frisur und grundlegende Gesichtsmerkmale festgelegt werden. Der Editor ist zwar recht rudimentär, bietet aber genügend Optionen, um der Figur eine persönliche Note zu verleihen. Nach der Charaktererstellung und dem Story‑Prolog können wir uns auf das Wesentliche konzentrieren: das eigene Zuhause und die stetig wachsende Farm.
Spielende pflanzen Feldfrüchte an, verkaufen sie an lokale Händler und erweitern mit dem erlangten Geld Stück für Stück das Farmhaus. Neue Felder, mehr Tiere und zusätzliche Interaktionsmöglichkeiten kommen hinzu. Alles, was angebaut oder hergestellt wird, hilft dabei, Fortschritte zu erzielen und die Bewohner von Seikyu besser kennenzulernen.
Cozy‑Gameplay mit vielen vertrauten Systemen
Tales of Seikyu bietet sämtliche Mechaniken, die man von klassischen Cozy‑Farming-Simulatoren kennt: Ressourcen sammeln, Werkzeuge, Möbel und Kleidungsstücke ercraften, freigeschaltete Rezepte nachkochen, immer größere Fische angeln, Samen streuen, gießen und nach dem Reifen ernten, diese Prozesse nach und nach automatisieren, das Farmhaus dekorieren. Sogar romantische Aspekte mit den Inselbewohnern sind in einem Affinitätssystem vertreten. Es gibt ein eigenes System rund um adoptierbare Tiere. Mit verdientem Geld lassen sich neue Outfits und Kleidungsstücke kaufen. Durch die Nutzung der verschiedenen Systeme steigt die Figur in mehreren Kategorien im Level auf, was wiederum neue Fertigkeiten und Rezepte/Anleitungen freischaltet.
Das Aufgabenbrett liefert einfache Quests und dynamische Events wie Festivals und Geburtstagsparties sorgen dafür, dass NPCs regelmäßig zu gemütlichen Aktivitäten einladen. Dadurch entsteht das Gefühl, dass in Seikyu immer etwas zu tun ist. Dennoch bleibt die Atmosphäre jederzeit gemütlich. Trotz zeitlich limitierter Nebenquests hatte ich persönlich nie das Gefühl, bestimmte Aktivitäten zwingend erledigen zu müssen, sondern konnte frei entscheiden, worauf ich Lust habe.
Gut verzahnte Systeme mit kleineren Schwächen
Die Gameplay‑Mechaniken sind gut umgesetzt, verständlich erklärt und lassen sich mit einem Controller grundsätzlich angenehm steuern. Die Systeme greifen logisch ineinander, auch wenn manche Bereiche noch Feinschliff vertragen könnten. So haderte ich etwa mit bestimmten Entscheidungen rund um die Benutzeroberfläche. Das begrenzte Inventar ist zu Beginn recht lästig und das Stamina‑Management rund um Energie, die mit jeden Aktivitäten verbraucht wird, wirkt manchmal etwas einschränkend. Insgesamt haben die Entwickler aber eine gute Balance gefunden, die das Spiel zu einem spaßigen und motivierenden Erlebnis macht. Neben den vertrauten Cozy‑Elementen bietet Tales of Seikyu auch einige kreative Besonderheiten.
Vier Jahreszeiten mit Bedeutung fürs Gameplay und seichtes Kampfgeschehen
Das Spiel umfasst vier Jahreszeiten, die sich nicht nur visuell bemerkbar machen, sondern auch spielerisch relevant sind. Manche Feldfrüchte wachsen ausschließlich in bestimmten Jahreszeiten und es gibt saisonale Festivals, an denen wir teilnehmen können. Die Wetterwechsel sorgen zudem für eine schöne optische Abwechslung und verleihen der Welt einen lebendigen Rhythmus.
Ein weiterer ungewöhnlicher Aspekt ist das actionreiche Kampfsystem, das mit den besonderen Fähigkeiten des Fuchs‑Yokai verknüpft ist. Eine offene Welt samt „Fuchsruinen“-Dungeon voller Monster und Schätze laden dazu ein, erkundet zu werden. Spielende haben mehrere Waffen zur Auswahl, die sich unterschiedlich spielen und verschiedene Spielstile ermöglichen.
Leider fühlt sich der Kampf nicht ganz so wuchtig an, wie ich es mir wünschen würde. Die simplen Aktionen wirken etwas klobig, steuern sich nicht so präzise und das Besiegen von Monstern vermittelt nicht annähernd die Spannung, die man aus Spielen kennt, die sich auf Kampfmechaniken spezialisieren. Auch stört mich, dass das Kämpfen Energie verbraucht, die ich lieber in andere Aktivitäten investieren möchte. Die Vielfalt im Design der Gegner lässt ebenso zu wünschen übrig. Die Integration der Kämpfe sorgt zwar für spielerische Abwechslung. Doch letztlich hat mir das Kämpfen persönlich nur bedingt Spaß gemacht.
Praktische Fähigkeiten für Alltag und Abenteuer
Was das Kampfsystem etwas aufwertet, ist die Fähigkeit, sich in verschiedene Kreaturen zu verwandeln. Jede Form besitzt einzigartige Fähigkeiten, die nach dem Freischalten nicht nur im Dungeon, sondern auch im Farmalltag nützlich sind. Beispiele gefällig?
- Wildschwein‑Form: ideal zum Pflügen von Feldern, Zerstören von Hindernissen und schnellen Reisen von A nach B.
- Raben‑Form: ermöglicht das Gleiten in der Luft und das Erreichen von Orten, die zu Fuß nicht zugänglich sind; perfekt zum Finden gut versteckter Ressourcen.
- Schleim‑Form: verschießt Wasserprojektile und erlaubt den Zugang zu Unterwasserbereichen.
Mir hat besonders gefallen, dass diese Fähigkeiten nicht nur als Kampfwerkzeuge dienen, sondern auch den Alltag erleichtern und die Fortbewegung abwechslungsreicher gestalten.
Qualität leidet ein wenig unter Häufigkeit der Bugs
Leider habe ich mich an einigen technischen Ungereimtheiten gestört. Gelegentlich wurden mir wirre Textstrings statt verständlicher Beschriftungen in den Menüs angezeigt. Beim Angeln tauchen während der Controller-Nutzung teilweise Tastatur-Prompts auf. Des Öfteren blieb ich zwischen Objekten oder Wänden stecken und musste die “Befreien”-Funktion nutzen. Immerhin verfügt der Titel bereits über hilfreiche Quality of Life-Optionen wie beispielsweise Einstellungen zur Spielgeschwindigkeit oder Auto-Loot und auch das häufige Auto-Speichern habe ich positiv wahrgenommen. Durch die angesprochenen Bugs, die ich regelmäßig erlebt habe, kam dennoch nicht so recht das Gefühl auf, hier einen fertig polierten Titel zu spielen.
Farbenfrohe Welt mit kleinen technischen Macken
Auf meinem High‑End‑PC präsentierte sich Tales of Seikyu als hübsches Spiel. Die Welt ist farbenfroh und ansprechend gestaltet, die Charakterillustrationen in den Konversationen sind gelungen. Der visuelle Stil ist eher simpel gehalten, sodass man keine extrem detaillierten Texturen erwarten sollte. Doch insgesamt wirkt das Spiel grafisch sehr stimmig. Die Bildrate war durchgehend stabil. Auch auf meinem Handheld-Gaming-PC MSI Claw 8 AI+ gibt der Titel eine gute Figur ab.
Gestört hat mich allerdings abermals eine technische Schwachstelle: das häufige Pop‑in. Texturen und Gegner ploppen oft erst beim Näherkommen auf, was den ansonsten schönen Eindruck etwas trübt. Der gebotene Soundtrack ist solide und passt zur entspannten Atmosphäre. Allerdings wiederholen sich viele Stücke so häufig, dass ich nach einigen Stunden genug davon hatte.






















